1. Home
  2. Invest
  3. Value-Wert: Der Baukonzern Bauer könnte den Buchwert bald wieder drin haben

Value-Wert
Bauer: Bald könnte der Buchwert wieder drin sein

Bauer Bau
Bauer Bau: Spezialbaumaschine auf einer Baustelle in Schanghai.Quelle: ZVG

Die Aktie des Baukonzerns schwankt seit langem um den Buchwert. Nach dem Kursrutsch im Januar notiert der Titel unter dem Eigenkapital. Das könnte sich bald ändern.

Von Georg Pröbstl
am 09.03.2018

Billig kaufen, teuer verkaufen – so lautet ein gut gemeinter Rat auf die Frage: Wie verdient man an der Börse? Das Problem dabei: Wann ist eine Aktie billig, wann teuer? Was ist eine Aktie, ein Unternehmen überhaupt wert?

Eine Antwort auf die Frage geben verschiedenen Bewertungskennzahlen. Da ist beispielsweise das KGV, das Kurs/Gewinn-Verhältnis, dass den Kurs einer Aktie ins Verhältnis zum Gewinn je Anteil setzt. Vorsichtige Anleger greifen zu Titeln, die mit KGVs etwa zwischen 10 oder 20 bewertet sind oder im Branchenvergleich ein tiefes KGV ausweisen.

Der Buchwert – ein guter Kompass für Börsianer

Eine gute Orientierung über günstig oder teuer bietet auch der Buchwert, das Eigenkapital je Aktie. Bei einem KBV – Kurs/Buchwert-Verhältnis – scheint eine Aktie bei Werten unter 1 günstig zu haben. Vorausgesetzt natürlich, ein Unternehmen ist nicht notorisch in den roten Zahlen.

Tatsächlich ist der Buchwert bei vielen Unternehmen ein guter Massstab für teuer oder billig. Denn wer sich langfristig mit Börse beschäftigt, der weiss: Viele Aktien schwanken um den Buchwert – zeitweise gibt es Kurse unter Buchwert und zeitweise auch darüber.

Bei der Bauer sind Buchwert und KBV seit vielen Jahren ein guter Kompass für billig oder teuer. Denn die Aktie des Maschinenbauers und Baukonzerns notierte in der Vergangenheit oft über KBV und dann aber auch häufig weit darunter. Bei Kursen über Buchwert kam es dann wie etwa 2008 oder 2011 auch ganz schnell zu deutlichen Kursverlusten, bei Kursen unter Buchwert zog es die Aktie dann früher oder später wie zuletzt etwa 2017 steil nach oben.

Bauer – nach dem Kursverfall gibt es die Aktie mit Discount…

War Bauer noch im Januar mit einem KBV von 1,3 vergleichsweise teuer, so bietet sich jetzt wieder eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Denn Anfang Januar gab es eine Gewinnwarnung und in Folge dessen seither einen Kursrutsch um ein Drittel. Und dadurch notiert Bauer jetzt mit einem Discount von rund 15 Prozent unter dem Buchwert von 24.48 Euro.

Dabei war die Gewinnwarnung lediglich Folge von Einmaleffekten. Wegen eines Schiedsgerichtsurteils zu einem Projekt in Hongkong muss Bauer Vergütungsansprüche im Volumen von etwas mehr als 20 Millionen Euro wertberichtigen und deshalb wurde aus dem eigentlich geplanten Gewinn von 23 bis 28 Millionen Euro in 2017 nichts. Stattdessen soll nun nur ein kleines Plus in den Büchern stehen.

… aber ein 12er-KGV verspricht bald wieder Aufschläge auf den Buchwert

Bauer ist aber zuversichtlich. So lief 2017 deutlich positiver als die Jahre davor und der Auftragsbestand ist auf einem sehr guten Niveau. Man kann davon ausgehen, dass der Baukonzern aus dem bayerischen Schrobenhausen beim Gewinn in diesem Jahr zumindest die Zielspanne aus 2017 erreichen kann. Das Ergebnis je Aktie könnte bei 1.70 Euro liegen. Mit 12er-KGV und Kursen unter Buchwert scheint die Aktie damit billig. Anleger setzen darauf, dass der Titel jetzt von der Unterstützung und psychologischen Marke nach oben abprallt und schon bald wieder den Buchwert erreicht und möglicherweise wieder mit einem Aufschlag auf das Eigenkapital gehandelt wird. Da scheinen Kursgewinne von 20 Prozent und mehr noch in 2018 möglich.

 

Bauer AG

ISIN: DE 000 516 810 8
Gewinn je Aktie 2019e: 1.90 Euro
KGV 2019e: 10,9
Dividende/Rendite 2017e: 0.10 €/0,5%
EK je Aktie: 24.48 €
EK-Quote: 23,8%
KBV: 0,8
Kurs/Ziel/Stopp: 20.70/27.50/14.80 €

 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)

Anzeige