Das Platzen der Blase bei den Solaraktien gleicht dem bei der New Technology Ende des letzten Jahrtausends: Firmen bekamen alleine aufgrund der Geschäftsaussichten und Businesspläne grosse Kredite bzw. astronomische Bewertungen an den Börsen. Nach dem Ende des Booms sammeln sich die überlebenden Firmen und konsolidieren hie und da. Heute gibt es ein grösseres Anlagespektrum als damals, um in einem holprigen Markt Verluste zu vermeiden und sogar Geld zu verdienen.

Gewinnsteigerung erwartet

Das Preisniveau von Solarmodulen dürfte in diesem Jahr mindestens 30% unter dem von 2008 liegen und die Anzahl der globalen Installationen dürfte trotz Infrastrukturprogrammen in vielen Ländern bestenfalls stabil bleiben. Dennoch rechnen Analysten und Investoren mit einer Gewinnsteigerung für dieses Jahr von 10%. «Die absehbare nächste Runde von Gewinn- und Umsatzwarnungen dürfte deshalb noch etliche Anleger überraschen», sagt Timothy Acuri, Analyst bei Citigroup.

Solaraktien sind in etlichen Baskets und Indizes zusammengefasst worden. Vor einem Jahr, auf dem Höhepunkt des Booms, konnte man aufgrund der hohen Gewichtung von Solaraktien den deutschen TecDax-Index als gutes Abbild der Solarbranche einsetzen. Allein auf die Aktie der Solarworld sind fast 200 Derivate ausstehend, für Solar Millenium sind 51 Produkte begeben worden. Etwas Umsatz gab es in den letzten Tagen bei Discountern wie DB3PSV oder DB50SK. Bei Warrants konzentrierte sich der Umsatz beim Put DB38KW. Es existieren auch eine Reihe von Indizes und darauf lautende Zertifikate. So führt ABN drei Solarenergie-Indextracker SOLAR, SOLEU und SOLUS für unterschiedliche Währungen. Diese liegen zwischen 50 und 60% unter dem Ausgangspreis. Vergleichbar sieht es bei DB1SUN aus, einem Tracker auf den Solarindex, den der Indexanbieter S-Box berechnet.

Anzeige

Hinzu kommen einige Branchenbaskets, bei denen eine Handvoll Solaraktien zusammengefasst werden. BKBSO beispielsweise, ein in Dollar denominierter Basket, hat in den letzten zwölf Monaten gut 60% seines Wertes verloren. Ähnlich schlecht haben die beiden Baskets SOLDE und SOLAF abgeschnitten. Solche unbegrenzt laufende Preistracker können von Anlegern, die für 2010 oder später mit einer Erholung rechnen, gehalten werden.

Zeit spielt für Investoren

Es gibt aber, neben Puts, auch Produkte, die deutlich besser abschneiden. Ein Beispiel ist der durch Iberdrola um einen Versorger sowie Vestas um einen Windenergiespezialisten erweiterte Reverse Convertible CEBRC. Hier wurde nach einem Taucher der Ausgangspreis bereits wieder erreicht. Zwar sind diese «Worst-of»-Varianten, bei denen der am schlechtesten performende Wert über den Rückzahlmodus entscheidet, in den letzten 18 Monaten oft zuungunsten der Anleger ausgegangen. Hier spielen der späte Emissionszeitpunkt (im November 2008) sowie der Beobachtungszeitpunkt für die Anleger. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Reverse Convertibles entscheidet hier der Börsenschluss beim Verfallstag am 12. November 2009.