Im 1. Quartal 2009 hat der Versicherer Swiss Life Bruttoprämieneinnahmen von 6392 Mio Fr. erwirtschaftet. Dies entspricht in Franken einem Minus von 3%. Weiter gab Swiss Life bekannt, dass der Finanzchef Thomas Müller das Unternehmen aus persönlichen Gründen per Ende Juni verlassen wird. Die Anleger reagierten leicht enttäuscht: Die Aktien notierten nach Publikation 1,1% tiefer. Für wenig Begeisterung dürfte auch die leicht tiefere Solvabilitätsrate von 150% (Vorjahr: 159%) gesorgt haben. «Swiss Life wird früher oder später mit guten Zahlen und Fakten aufwarten müssen, um weitere Kursavancen zu rechtfertigen», so der Kommentar der Analysten der Bank Wegelin. Der Titel hat seit Jahresbeginn bereits satte 24% zugelegt.

Auch die Valoren der Konkurrentin Bâloise gewannen rund 10%. An der Generalversammlung wurde jüngst beschlossen, das laufende Aktienrückkaufsprogramm um ein Jahr bis zum 30. April 2010 zu verlängern. Der Umfang von maximal 2 Mio Namenaktien bleibe unverändert und entspreche maximal 4% des ausgegebenen Aktienkapitals, hiess es von Seiten der Bâloise.

Wegen Bewertung herabgestuft

Die Basler haben im Geschäftsjahr 2008 ein solides Ergebnis erzielt. Die Dividende von 4.50 Fr. wurde vom Markt als positives Zeichen interpretiert: Die Aktie ging am Publikationstag mit Kursgewinnen aus dem Handel. Mittlerweile scheint der Raum gegen oben jedoch begrenzt: Aus Bewertungsgründen haben Analysten von Vontobel (von Buy auf Hold) wie auch der Credit Suisse (von Neutral auf Underweight) den Titel herabgestuft. Bâloise beschäftigt sich derzeit mit der Entflechtung ihrer Geschäfte in Deutschland (siehe Seite 14).

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Am 6. Mai wird Zurich Financial Services (ZFS) ihre Resultate des 1. Quartals präsentieren. Insgesamt ist ein solides Zahlenset zu erwarten. Doch das Umfeld ist garstig: «Die schwierigen Finanzmärkte werden die Spartenergebnisse schmälern», so Georg Marti, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Die Finanzmärkte stellten weiterhin einen grossen Unsicherheitsfaktor dar und liessen auf geringere Anlageerträge und Verluste aus Wertkorrekturen bei Aktien schliessen. Vor kurzem hat ZFS wenig überraschend bekanntgegeben, zusammen mit dem US-Konzern Farmers die US Personal Auto Group von AIG für insgesamt 1,9 Mrd Dollar zu kaufen. ZFS will damit die Präsenz in den USA im Bereich Sachversicherungen erweitern. Helvea-Analyst Marc Effgen bezeichnet die Transaktion als übereinstimmend mit den unternehmerischen Zielen.

Gerüchte um Schiro-Nachfolge

Auch in personeller Hinsicht stehen Neuerungen bevor: Ende Jahr tritt der derzeitige CEO James Schiro ab. Die Gerüchteküche brodelt bereits. Als wahrscheinliche Kandidaten wurden etwa der heutige CFO Dieter Wemmer und der Chief Risk Officer Axel Lehmann genannt. Einem Zeitungsbericht zufolge soll der Brite Andy Haste, der seit 2003 CEO des Versicherers RSA ist, für Schiros Nachfolge angefragt worden sein. ZFS gilt als gut positioniert und solide finanziert eine Mehrheit der Analysten empfehlen den Titel zum Kauf.