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Berichtssaison: «Keine riesigen roten Überraschungen»

Blick auf die Wall Street: Das dritte Quartal wird schwächer erwartet. (Bild: Keystone)

Der Aluminium-Riese Alcoa hat zu Beginn der US-Berichtssaison einen dicken Verlust gemeldet. Alfred Ritter von der Basler Kantonalbank erklärt, worauf sich Anleger bei den nun kommenden Quartalszahlen

Von Timo Nowack (Interview)
am 10.10.2012

Alcoa hat die US-Berichtssaison mit roten Zahlen eingeläutet. Müssen wir mehrheitlich mit Verlusten rechnen für das dritte Quartal?
Alfred Ritter: Alcoa hat meines Erachtens nach keine schlechten Zahlen vorgelegt. Aber der Ausblick war etwas vorsichtig, deshalb ist das Ganze neutral bis leicht negativ zu werten.

Alcoa hat immerhin einen Verlust von 143 Millionen Dollar verkündet.
Da hat es aber Einmal-Ereignisse drin ...

... Ohne die der Gewinn trotzdem deutlich zurückgegangen wäre.
Aber davon bin ich nicht sonderlich erstaunt. Wir haben in diesem Sektor eigentlich schon erwartet, dass es nicht allzu rosig aussieht - unter anderem wegen der Schwäche in China. Aber ich hatte mit einem besseren Ausblick gerechnet.

Worauf müssen wir uns bei den anderen US-Unternehmen einstellen?
Ich rechne mit leichten Rückgängen. Die Erwartungen liegen für das dritte Quartal erstmals seit vier Jahren etwas tiefer, etwa 1 bis 1,5 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Ich denke aber, dass wir 2013 spätestens nach dem ersten Quartal wieder auf Wachstumskurs sind.

Am Freitag legt JP Morgan Zahlen vor – gute?
Ja, das denke ich. Das Finanzgeschäft mit verbrieften Hypotheken läuft gut, ich gehe davon aus, dass die Banken in den USA ihre Hausaufgaben gemacht haben. Einzig die Zinsmargen könnten etwas verstimmen. Für mich bleiben die Aussichten eher positiv.

Alfred Ritter, Chief Investment Officer bei der BKB.

Bei welchen Unternehmen sind deutliche Verluste zu erwarten?
Ich denke, dass wir in den USA mit keinen riesigen roten Überraschungen rechnen müssen.

Wie sehen Sie den Schweizer Markt?
Die Gesundheitsbranche wird sich wohl weiter gut entwickeln, auch wenn Novartis Probleme mit auslaufenden Patenten hat. Die grossen Schweizer Finanzwerte sind gut gepreist. Da sehe ich zwar leichte Fortschritte, würde aber nur kurzfristiges Trading empfehlen. Denn mit der Schuldenkrise sind wir noch nicht über den Berg. Es gibt klare Indikationen, dass die Bilanzen vor allem bei den europäischen Banken noch nicht in Ordnung sind und da noch einiges vor uns liegt.

Womit sichert man sich am besten zusätzlich ab - Gold?
Wir  überlegen gerade, Gold als Asset-Klasse dazu zu nehmen. Wir haben Edelmetalle zwar auch bisher den Depots beigemischt, aber nicht in einem grossen Prozentsatz. Im nächsten Jahr werden wir Gold wohl im Rahmen von etwa 5 Prozent in einem ausgewogenen Depot berücksichtigen. 

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