Nahezu übereinstimmend befürworten US-Ökonomen eine zweite Amtszeit des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke. Das ergab eine jüngst durchgeführte Umfrage des «Wall Street Journal». Derzufolge sehen die Volkswirte eine 71%ige Chance, dass Präsident Barack Obama den Fed-Chef zum Weitermachen bewegen wird. Auch von prominenter Seite gibt es Unterstützung. So äusserte jüngst Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, Bernanke habe eine zweite Amtszeit verdient.

Einig zeigten sich die vom «Wall Street Journal» befragten 47 Ökonomen auch beim Thema Konjunktur. Die Mehrheit ist überzeugt, dass die Rezession, die im Dezember 2007 begann, nun vorüber sei. Die Bekämpfung des Abschwungs nahm den Grossteil von Bernankes Amtszeit in Anspruch. Diese begann im Frühjahr 2006 und endet im kommenden Januar. Ökonomen sagen, durch sein gutes Krisenmanagement habe sich Bernanke vier weitere Jahre als Notenbankchef verdient. «Ihm gebührt grosse Anerkennung für die Stabilisierung der Finanzmärkte», sagt Joseph Carson von AllianceBernstein. «Das Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung würde Schaden nehmen, wenn er nicht wiederbestallt würde.»

Viele der befragten Ökonomen sind überzeugt, dass mit einem Auswechseln des Fed-Chefs wenig gewonnen wäre - insbesondere wenn man die gewaltigen Aufgaben betrachte, die die Notenbank erfüllen müsse, wenn die Wirtschaft aus der Rezession kommt. «Bernanke weiss am besten, wie die aussergewöhnlichen Massnahmen der Notenbank rückabgewickelt werden können, wenn die Zeit dafür gekommen ist», sagt Diane Swonk von Mesirow Financial.

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