Wenn es jetzt einen Sektor gibt, der ein besonders hohes Chancen-Risikoprofil hat, dann ist es die Bankbranche: Die Kreditkrise sorgt fast täglich für negative Schlagzeilen, hohe Abschreiber, Strategie- und Managementwechsel. Hinzu kommen die jüngst veröffentlichten Worst-Case-Szenarien, die von einem kumulierten Abschreibungsbedarf von bis zu 1 Billion Dollar auf faule Kredite ausgehen.

Die Aktienkurse haben viel vorweggenommen und teilweise übersteigen die Marktkapitalisierungsverluste die Abschreiber bei weitem. Besonders unter Druck ist die UBS, die momentan den weltweiten Spitzenplatz hinsichtlich der abgeschriebenen Beträge hält.

Altlasten werden verpackt

Banken nehmen aber nicht nur hohe Abschreiber vor, sie verkürzen wie die Citibank, Merrill Lynch und möglicherweise auch die Deutsche Bank ihre Bilanzen über den Verkauf von Risikopositionen entweder direkt an institutionelle Investoren oder sie verpacken ihre Altlasten in neuen strukturierten Produkten.

In einigen Marktbereichen, insbesondere bei Firmenkrediten und bei Hypotheken für kommerzielle Liegenschaften, ist die Liquidität wieder zurückgekommen. Der von der Firma Markit berechnete LCDX-Index für Finanzierungskredite ist von 90 auf 96% gestiegen. Der CMBS-Index für kommerzielle Liegenschaften zeigt eine Halbierung des Spreads seit Mitte März für erstklassige Tranchen. Sogar Subprime-Tranchen haben sich in den letzten vier Wochen von 50 auf 60% ihrer Nennwerte erholt.

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Ein Teil dieser Veränderungen ist in den Kurs der UBS-Aktie bereits eingeflossen. Mutige Anleger, die Mitte März auf dem vorläufigen Höhepunkt der Baisse zugegriffen haben, konnten Kursgewinne von 40% einfahren.

Doch solche Anleger sind in der Minderheit. Vielen fehlt nicht nur der Mut, sondern auch das Glück für das richtige Timing. Und es ist unsicher, ob und welche weiteren Probleme die Kreditkrise für die UBS bereithält – etwa eine Flucht von vermögenden Privatkunden oder der Absprung wichtiger Asset-Management-Kunden.

Ideal ist demnach ein Schutz nach unten sowie eine Partizipation an einem Kursanstieg nach oben, etwa alleine durch Gerüchte um eine Abspaltung der Investmentbank.

Die Aargauische Kantonalbank bringt jetzt ein einfach konstruiertes Produkt auf den Markt, bei dem ein Kapitalschutz von 90% per Verfall (im April 2009) mit einer Partizipation von knapp 86% kombiniert wird. Mit der entgangenen Maximalrendite wird der Schutz bei 90% finanziert.

Schlechte Nachrichten enthalten

Anleger, die in dieses Produkt investieren, haben gegenüber einer Aktie den Vorteil des Schutzes nach unten, zu dem Preis der nicht ganz mitgemachten Performance nach oben. Zusätzlich zur höchstens 86% mitgemachten Performance gibt es eine Obergrenze (Cap) bei 140% des Emissionspreises. Wenn die Aktie darüber steigt, haben die Käufer dieses Produktes nichts mehr davon. Der Schutz gilt, wie bei den meisten entsprechenden Papieren, lediglich per Verfall; während der Laufzeit kann der Wert des Kapitalschutzproduktes mit Cap auch unter die 90%-Grenze fallen.

Das Papier eignet sich für Anleger, die davon ausgehen, dass die schlechten Nachrichten im UBS-Kurs enthalten sind und das Management rasch Massnahmen trifft, die den Aktienkurs beflügeln. Weitere ganz schlechte Nachrichten bringen keinen Totalschaden – nach unten wirkt der Puffer. Die Risiken sind demnach beschränkt, um den Preis leicht reduzierter Chancen.