Steigende Zinsen, grassierende Konjunkturängste – dieses Umfeld ist den Kursen der Schweizer Immobiliengesellschaften nicht gut bekommen. 2007 musste die Branche an der Börse teils happige Verluste einstecken; PSP Swiss Property verlor mehr als 16% und notierte damit im letzten September erstmals seit Jahren leicht unter Nennwert.

Mit dem neuen Jahr hat die Situation aber gedreht: Plötzlich trotzten die bisher verschmähten Titel den Börsenverwerfungen, selbst ein «schwarzer Montag» konnte ihren Aufwärtsdrang nicht bremsen. Gerade die im Vorjahr schwer abgestrafte PSP hat ihren Börsenwert seit Anfang Januar um knapp 14% gesteigert, gefolgt von Swiss Prime Site (SPS) mit einem Kursplus von 9%. Im Minus lag einzig Züblin mit 3% Kursverlust, schnitt damit aber immer noch besser ab als der breite Swiss Performance Index (SPI): Der verlor in derselben Zeit 11%. Doch woher das Interesse der Investoren, noch dazu mitten in einem stark rückläufigen Aktienmarkt?

Ein Grund ist sicher die Bewertung. Nach ihrer Lancierung – die meisten Immobiliengesellschaften debütierten nach der Jahrtausendwende auf dem Börsenparkett – haben die Vehikel eine Prämie zu ihrem Nennwert aufgebaut, welche die Anleger zuletzt recht teuer zu stehen kam. So wurden die Aktien Anfang 2007 zu einem Aufschlag von durchschnittlich 30% gehandelt. Nun ist dieser Wert auf rund 10% zurückgegangen – PSP-Aktien gabs gar zum «Einstandswert».

Steigende Nachfrage im Jahr 2008

Noch wichtiger als der Preis sind indessen die Zukunftsaussichten. Und die sind besser als erwartet, wie eine neue Studie der Credit Suisse zum Schweizer Immobilienmarkt zeigt. Zwar sieht die Bank in der Kreditkrise eine Gefahr. Sie rechnet aber weiterhin mit einer steigenden Nachfrage am Markt für Büroimmobilien, wo die Gesellschaften schwergewichtig investiert sind. Insbesondere soll dort die Leerstandsquote weiter zurückgehen, was bei gleichzeitig abnehmender Bautätigkeit das Angebot knapp hält.

Die Leerstände bereits erfolgreich gesenkt haben Allreal und PSP, wie sich den jeweiligen Jahresausweisen entnehmen lässt. PSP, die höchstkapitalisierte Schweizer Immobiliengesellschaft, überraschte zudem mit einer deutlich über Erwartung ausgefallenen Aufwertung ihrer Immobilien, was den Reingewinn um 29% auf 291,2 Mio Fr. steigen liess. Da kann es sich PSP leisten, die Dividende von 2.20 auf 2.40 Fr. hochzudrücken und gleichzeitig ein Programm zum Rückkauf von 5% des ausstehenden Aktienkapitals zu lancieren. Markus Waeber, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, empfiehlt die Aktie denn auch neu zum «Übergewichten». Grossinvestoren haben dies bereits getan: So hat der israelische Hauptaktionär Alony Hetz via die englische Vitruvius Ltd. seinen PSP-Anteil auf 15,30% gesteigert.

Ebenfalls als Kauf gehandelt wird die Immobilientwicklerin Mobimo, die ihren Jahresgewinn 2007 dank Mietpreissteigerungen um 27% auf 51,9 Mio Fr. steigern konnte. Gut sind die Aussichten auch für SPS, die am Donnerstag, dem 13. März, ihr Jahresresultat präsentiert. Die vorab an Zentrumslagen – etwa dem Maag-Areal in Zürich – investierte Gesellschaft dürfte weiterhin von stabilen Preisen profitieren. Und damit auch ihr Börsenkurs.

Insgesamt kommt Waeber von der ZKB deshalb zur Ansicht: «Als defensive Positionen 2008 sind die Titel sicher geeignet. Das Vertrauen in das Betongold ist zurück.»

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