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Bilanz für 2017: M&A-Boom in der Schweiz

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Actelion: Von Johnson & Johnson gekauft.Quelle: Keystone

Schweizer Firmen waren im letzten Jahr an über 700 M&A-Deals beteiligt. Das ist ein Plus von über 30 Prozent.

Von Roberto Stefano
am 24.01.2018

Im Reigen der Fusionen und Übernahmen mischten die hiesigen Firmen auch 2017 wieder kräftig mit. So waren im vergangenen Jahr Schweizer Unternehmen an 722 M&A-Deals beteiligt, mit einem Transaktionsvolumen von 68,45 Milliarden Franken. Dies geht aus einer Erhebung des M&A-Spezialisten The Corporate Finance Group hervor, die neben Fusionen und Übernahmen auch Management Buyouts und Beteiligungen einschliesst.

Was die Anzahl der Deals betrifft, so wurde damit der Vorjahreswert deutlich um fast 36 Prozent übertroffen. Gleichzeitig blieb das Volumen, trotz der Mega-Übernahme von Actelion durch Johnson & Johnson, gegenüber 2016 um 20 Prozent zurück. Der Kauf des Allschwiler Biopharma-Herstellers durch den US-Multi war weltweit die sechstgrösste Transaktion des vergangenen Jahres.

Hoher Innovationsdruck

Die rege Aktivität auf dem hiesigen M&A-Markt wird gemäss Branchenkennern auf den hohen Innovations- und Transformationsdruck zurückgeführt, der insbesondere mit der rasant voranschreitenden Digitalisierung einhergeht. Um schnell auf das veränderte Marktumfeld reagieren zu können, ziehen es viele Firmen vor, sich die nötigen Technologien und das entsprechende Know-how über Zukäufe und Beteiligungen zu sichern, statt selber in Forschung und Entwicklung zu investieren. Besonders viele Deals mit Schweizer Betrieben wurden denn auch im Bereich IT, Medien und Telekom abgeschlossen. Mit insgesamt 140 Transaktionen stieg der Wert gegenüber dem Vorjahr um stattliche 57 Prozent. Ebenfalls sehr aktiv waren die Konsumgüterfirmen und der Detailhandel mit 100 Deals, gefolgt von der Industrie mit 91 sowie Chemie, Bau und Rohstoffe mit 85.

Für das laufende Jahr erwarten die M&A-Experten wiederum ein sehr gutes Jahr – vorausgesetzt, es komme zu keinen geopolitischen Erschütterungen oder Zinsschocks. Auch bezüglich Börsengängen sind die Branchenkenner optimistisch. Sie gehen von fünf bis sieben Publikumsöffnungen an der Schweizer Börse SIX aus.

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