Die letzte Empfehlung von Bitcoin durch die Redaktion von stocksDIGITAL vor einem Jahr Mitte November 2017 kam genau zur rechten Zeit! Damals stand die Einführung eines Futures auf die Kryptowährung an der Terminbörse in Chicago am 10. Dezember kurz bevor und wir erwarteten daraus deutlichen Rückenwind für das Computer-Geld. Und tatsächlich: Nur drei Wochen nach Empfehlung hatte sich der Kurs des Bitcoin von damals 7500 auf 19650 Dollar fast verdreifacht.

Kurz vor den Weihnachtsferien rieten wir dann aber zum Ausstieg. Auch das ein Volltreffer! Denn der Bitcoin-Kurs hatte sich danach schnell gedrittelt und läuft seither und seit vielen Monaten nur noch seitwärts. Aber Bitcoin steht nicht vor dem Aus. Im Gegenteil: Schon in wenigen Tagen könnte es zum nächsten Schub kommen.

Die Bakkt geht an den Start – dort werden Bitcoins «handfest» gehandelt

Anfang November geht eine neue Handelsplattform für das Kryptogeld an den Start und da spielen viele Schwergewichte mit. Die New York Stock Exchange sitzt mit im Boot und auch Microsoft ist mit von der Partie. Auf jeden Fall sollen schon in wenigen Tagen Bitcoins mittels Futures gegen verschiedene Währungen wie Dollar, Euro oder Pfund auf der neuen Handelsplattform Bakkt gehandelt werden. Hinter der Bakkt steht die New York Stock Exchange und ihre Muttergesellschaft Intercontinental Exchange, die weltweit rund zwei Dutzend weitere Börsenplätze betreibt.

Und Bakkt ist anders als der Future-Handel in Chicago. Dort erfolgt ein Barausgleich auf die Futures-Kontrakte und Spekulanten können dort lediglich auf die Entwicklung des Kryptogeldes wetten. Anders an der Bakkt. Hier werden bei den Futures Bitcoins physisch hinterlegt und der Verkäufer eines Kontrakts muss das künstliche Geld je nach Position vom Käufer des Futures zum vereinbarten Preis liefern oder abnehmen. 

Strenge Regularien könnten Vertrauen für Bitcoins schaffen

Zudem ist die neue Handelsplattform stärker reguliert und es gibt keine Möglichkeit die Spekulation mit Kreditlinie und damit einem Hebel zu betreiben. Das aber hebt die Qualität von Bakkt und könnte institutionellen Investoren, die bisher wegen zu geringer Regulierung Bitcoins nicht handeln konnten oder wollten den Einstieg in das Kryptogeld eröffnen. Der Betreiber der Handelsplattform will damit mehr «Seriosität» ins Spiel bringen und damit nicht nur Institutionellen, sondern auch Verbrauchern die Berührungsängste nehmen.

Neben dem Start der Handelsplattform Anfang November plant Bakkt für den 5. November auch den Start eines Bitcoin-ETF. Dieses Ansinnen ist bisher an der SEC gescheitert. Die US-Börsenaufsicht hatte bisher ETFs auf Bitcoins abgelehnt, will nun aber exakt am gleichen Tag erneut über die mögliche Zulassung von ETFs zum Handel entscheiden.

Angesichts der Gründungsmitglieder der Bakkt – New York Stock Exchange – aber auch der drei Partner, die von Anfang an dabei sind – Microsoft, Bonston Consulting Group und Starbucks – ist das sicher gut für das Renommee der Plattform und möglicherweise können ETFs auf Bitcoins schon in wenigen Wochen ihren Handel starten.

Fidelity bringt Bitcoins jetzt ebenfalls ins Spiel

Positiv auf einen günstigen SEC-Bescheid könnte auch der Entschluss von Fidelity, einem der grössten Vermögensverwalter weltweit, sein, künftig seinen Kunden den Zugang zu Kryptowährungen als Asset-Klasse zu ermöglichen. Diese Entscheidung des Finanzhauses könnte aber auch für institutionelle Investoren grundsätzlich der Startschuss sein für Investments im Computergeld.

Wenn das passiert, hat Bitcoin gegenüber anderen Kryptowährungen klar die Nase vorn. Denn während die nächst grösseren Kryptowährungen wie Ethereum und Ripple nur einen Marktanteil am gesamten Markt von Computer-Geld von etwa 15 und rund sechs Prozent haben, sind es beim Bitcoin 55 Prozent. Bitcoin hat damit beim Rennen um die Leitwährung beim Kryptogeld mit weitem Abstand die besten Karten.

Bitcoin – kurz- und mittelfristig sind wieder höhere Kurse drin

Während bei den Bitcoins wegen des in wenigen Tagen bevorstehenden Starts der neuen Futures und des erwarteten SEC-Entscheids zu ETFs am 5. November schon kurzfristig wieder steigende Kurse drin sind, scheinen mittel- bis langfristig ohnehin wieder höhere Notierungen wahrscheinlich. Denn sollte die Nachfrage nach dem Kryptogeld tatsächlich steigen, dürfte der Kurs wegen Beschränkungen auf der Seite des Angebots nach oben gehen.

Aufgrund des für die «Kreation» – im Segment des Bitcoins wird das «schürfen» oder «minen» genannt – implizierten Algorithmus ist die Zahl der Bitcoins nämlich auf maximal 21 Millionen Stück begrenzt. Derzeit kommen pro Tag rund 1500 bis 2000 neue Einheiten hinzu. Vor einem Jahr gab es rund 16,7 Millionen Bitcoins, jetzt dürften es etwa 17,4 Millionen sein.

Anleger sind mit Partizipationszertifikaten dabei

Steigende Nachfrage bei begrenztem Angebot bedeutet aber: steigende Preise. Anleger, die auf den Bitcoin – kurzfristig mit einem Zeithorizont November oder Dezember oder auch mittel- bis langfristig – setzen wollen, können das beispielsweise mit einem Partizipationszertifikat (ISIN: DE000A0SMU87 oder ISIN CH0372703436, jeweils mit einer Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent pro Jahr) auf das Kryptogeld. Wenn Bakkt seinen Start erfolgreich absolviert oder gar ein ETF auf den Markt kommt, wird Sie die Redaktion von stocksDIGITAL aber über weitere Investmentchancen rund um Bitcoins informieren.

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)

Anzeige