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Kriminalität
Bitcoinkurs stürzt nach Angriff auf grösste Börse ab

Bitcoin: Cyberkriminelle haben einer der wichtigsten Börsen attackiert. Keystone

Eine der wichtigsten Börsen für Bitcoins ist Opfer von Cyberkriminellen geworden. Die Nachricht lässt den Kurs der Internetwährung einbrechen – und weckt dunkle Erinnerungen an einen anderen Vorfall.

Veröffentlicht am 03.08.2016

Anleger in Bitcoins sind ein ständiges Auf-und-Ab gewohnt: Der Kurs der digitalen Währung schwankt schon seit ihrer Einführung vor sieben Jahren stark. Nun ist es erneut zu einem markanten Kurssprung gekommen – und zwar abwärts: Am Dienstag ist der Bitcoin-Kurs gemäss der Handelsplattform itBit um rund 20 Prozent gesunken.

Für den Kurssturz von 604 auf 482 Dollar sorgte eine Nachricht aus Hong Kong: Bitfinex, die gemäss der «Financial Times» grösste auf Dollar basierte Bitcoin-Börse der Welt, wurde Opfer von Cyberkriminellen. Gemäss der Agentur Bloomberg entwendeten die Hacker etwa 120'000 Bitcoins, was einem Wert von 65 Millionen Dollar entspricht. Mittlerweile hat sich der Kurs von Bitcoins wieder auf 544 Dollar erholt.

«Bitcoins sind widerstandsfähig»

Bitfinex hat den Handel vorübergehend eingestellt. «Wir wissen, dass die Bitcoins einiger unserer Kunden gestohlen wurden (...). Wir werden verschiedene Möglichkeiten prüfen, um auf die Verluste der Kunden zu reagieren», teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

«Bitfinex ist ein grosse Börse, deshalb ist diese Attacke kurzfristig bedeutsam», sagte Fred Ehrsam, Mitgründer der Handelsplattform Coinbase zu Bloomberg. «Aber Bitcoin hat sich in der Vergangenheit schon widerstandsfähig gegenüber solchen Vorfällen erwiesen.»

Bitcoin-Halving sorgte für Kursexplosion

Vor dem Absturz hatte der Bitcoin an der Börse ab Mitte Mai einen regelrechten Höhenflug hingelegt. Innert wenigen Wochen war der Kurs von rund 400 auf bis zu fast 750 Dollar gestiegen. Der Grund: Seit dem 10. Juli werden nur noch halb so viele neue Bitcoins in Umlauf gebracht. Monatelang hatte die Branche spekuliert, wie sich das sogenannte «Halving» auf den Preis auswirken würde.

Immer wieder greifen Kriminelle die Handelsplattformen für die Internetwährung an. Die gravierendste Attacke erfolgte vor zwei Jahren, als Hundertausende Bitcoins von der japanischen Plattform Mt. Gox verschwanden. Die damals weltgrösste Bitcoin-Börse musste in der Folge Konkurs anmelden. Bitcoins sind seit 2009 im Umlauf. Sie sind die bekannteste einer ganzen Gruppe von neuen digitalen Währungen, mit denen unabhängig vom traditionellen Bankensystem gehandelt wird.

(mbü)

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