FOOD-AKTIEN.

Während des turbulenten Börsenjahrs 2007 haben sich nicht nur das Schwergewicht Nestlé, sondern auch die Schweizer Nahrungsmittel-Gesellschaften im klein- und mittelkapitalisierten Segment gut gehalten.

Insbesondere der Backwarenproduzent Hiestand und der Schokoladehersteller Barry Callebaut erwiesen sich dabei als Outperformer: Der Kurs der Hiestand-Aktie steigerte sich um markante 97,1%. Barry Callebaut legte mit 41,6% ebenfalls deutlich zu. Ebenfalls sehen lassen kann sich Lindt & Sprüngli, die dank hohem Wachstum an der Börse ein Plus von 29,5% erzielte. Und Suppenherstellerin Hügli konnte 2007 noch über 15% zulegen. Im Vergleich dazu verlor der Swiss Performance Index mehr als 4%.

Taucher zum Jahresbeginn

Bei den umgehenden Rezessionsängsten müssten die Nahrungsmittelhersteller auch weiterhin als sicherer Hafen gelten – ihr Geschäft ist deutlich weniger von der Konjunkturentwicklung abhängig als beispielsweise Industriefirmen. Doch im Jahr 2008 funktioniert diese Art von «Konjunkturversicherung» bei den Anlegern nur noch begrenzt. Ein Grund dafür ist der zu erwartende Anstieg bei den Rohstoffkosten. Bereits für 2007 etwa hat der Vontobel-Rohmaterial-Index einen Anstieg von 10,9% ausgewiesen. Noch mehr könnte Folgen haben, nicht zuletzt deshalb, weil die Rohstoffe auch an den Börsen hochgejubelt werden. Dies dürfte den Firmen ? neben einer möglichen Verlangsamung beim Konsum, noch zu schaffen machen. Entsprechend schwierig war denn auch der bisherige Start ins neue Börsenjahr. Barry Callebaut notiert seit Anfang Januar 3% im Minus, und die Zukunftseinschätzungen sind durchzogen. Credit Suisse empfiehlt «neutral» mit einem Kursziel von 925 Fr., Vontobel erachtet Barry Callebaut weiterhin als attraktiv bewertet und bestätigt die Kaufempfehlung. Dafür sprechen die 1.-Quartals-Umsätze 2008: Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 22% gestiegen. Und dank schon auf vier Jahre fixierte Outsourcing-Verträgen dürfte das Gewinnwachstum hoch bleiben.

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Edle Schokolade gefragt

Dem schlechten Start des Schweizer Aktienmarkts ins neue Jahr konnte sich auch Lindt & Sprüngli nicht entziehen. Der Titel büsste in den ersten Januarwochen bereits rund 14% ein. Die Aussichten sind jedoch gut: Die wachsende Nachfrage nach hochwertiger Schokolade wird gegenüber kurzfristigen Marktbewegungen Bestand haben, schätzt Helvea. 2007 hat dieser Trend schon gespielt: Die Jahresumsätze stiegen um 14% auf fast 3 Mrd Fr. Die starke Performance von 2007 bewahrte heuer Hiestand ebenfalls nicht vor einem Kursverlust. Seit Anfang des Jahres verlor die Aktie fast 5%. Auch die Erwartungen sind gesunken: Obwohl die Zürcher Kantonalbank (ZKB) für das vergangene Bilanzjahr von guten Zahlen ausgeht (am 24. Januar präsentiert Hiestand den Jahresumsatz), hält sie die Aktie für klar überbewertet. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass am Markt eine Übernahme von Hiestand durch Grossaktionärin IAWS als wenig wahrscheinlich gilt. Hügli wird einen Tag später, am 25. Januar, ihre Umsatzzahlen 2007 präsentieren. Vontobel erwartet hier eine leichte Abschwächung.