Das Unternehmen gibt eine Wandelanleihe über rund 165 Millionen Franken aus. Investoren können die Anleihe in Aktien aus dem Eigenbestand der BKW tauschen. Zudem bereitet der E.ON den Ausstieg vor.

Der deutsche Energiekonzern begibt eine Umtauschanleihe, durch welche sein Aktienanteil an der Berner Energiegruppe vollständig veräussert werden kann. Die Anleihe im Volumen von 115 Millionen Franken ist in BKW-Aktien umtauschbar und verfügt über eine Laufzeit von vier Jahren. Dabei wird E.ONs gesamter Anteil an der BKW womöglich monetisiert, wie die BKW am Dienstag mitteilte.

Zu wenig Spielraum

Die Konditionen für die beiden Anleihen wurden zunächst nicht genannt. E.ON hält noch einen Anteil von 6,65 Prozent der Aktien an der BKW. Ursprünglich hatten die Deutschen im Zuge der erwarteten Marktliberalisierung gut einen Fünftel der Titel erworben.

2010 baute E.ON den Anteil ab: einerseits um die Verschuldung zu reduzieren, anderseits mit der Begründung, der Mehrheitsanteil des Kantons Bern an der BKW beschränke den unternehmerischen Gestaltungsspielraum. Die BKW übernahm damals 8,9 Prozent der eigenen Aktien von E.ON, die Westschweizer Groupe E stieg mit 5 Prozent bei der BKW ein.

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Aktien breiter streuen

Gestützt auf den Anteil eigener Aktien von derzeit rund 8,4 Prozent lanciert die BKW nun eine Wandelanleihe, wie der Konzern am Dienstag weiter ankündigte. Die im Jahr 2020 fällige Anleihe wird in rund 4,2 Millionen Namensaktien der BKW wandelbar sein. Dies entspricht rund 8 Prozent des kotierten Aktienkapitals.

Die Ausgabe der Wandelanleihe trage zur Stärkung der Kapitalstruktur bei. Zudem profitiere die BKW von gegenwärtig attraktiven Konditionen im Anleihenmarkt. Der Erlös werde für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, hiess es weiter.

Aktie leicht im Minus

Werden sowohl die Umtauschanleihe als auch die Wandelanleihe vollständig eingelöst, erhöhe sich der Anteil frei handelbarer Aktien der BKW um rund 15 Prozentpunkte, wie ein Sprecher der Konzerns zur Nachrichtenagentur sda sagte. Derzeit sind nur rund 22 Prozent nicht in Eigenbesitz respektive in der Hand von Grossaktionären.

Angesichts der anstehenden Veränderungen im Aktionariat notierte die BKW-Aktie an der Schweizer Börse am Dienstagmorgen um 1,2 Prozent im Minus. Die Branche leidet derzeit unter Preisdruck. Die BKW will sich von einem Energiekonzern zu einem Energie- und Infrastruktur-Dienstleistungskonzern wandeln. Mit diesem Ziel hat sie in den letzten Tagen mehrere Firmenübernahmen bekanntgegeben.

 (sda/ise)