Überraschender Kundenschwund beim weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock : Im zweiten Quartal zogen die Anleger angesichts der heftigen Ausschläge an den Finanzmärkten unter dem Strich fast 37 Milliarden Dollar ab, wie das erfolgsverwöhnte Investmenthaus mitteilte.

Betroffen waren vor allem Index-Fonds für Profi-Anleger, mit denen Blackrock nach eigenen Angaben wenig verdient. Ein Teil der Gelder wurde in teurere Fonds umgeschichtet. Das stützte den Gewinn: Der Überschuss kletterte geringfügig auf 819 (Vorjahreszeitraum: 808) Millionen Dollar.

Vorbild der Branche

Blackrock gilt in der Branche als Vorbild. Von einer gemeinsamen Plattform aus werden sowohl Indexfonds als auch aktiv gemanagte Investmentfonds angeboten, die alle Anlageklassen abbilden - für Kleinanleger und Profi-Investoren. Die Deutsche Bank baute ihre Vermögensverwaltung nach genau diesem Modell um. Doch das Auf und Ab an den Märkten im Frühjahr verunsicherte auch Blackrock-Kunden. Die Firma erklärte, einige Grossanleger hätten investierte Gelder abgezogen, um mehr Bargeld zu horten.

Weil die Investments insgesamt gut liefen, stieg das verwaltete Vermögen dennoch auf 4,7 (4,6) Billionen Dollar. Blackrock-Chef Larry Fink geht davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen im September anhebt. Dann könnten auch festverzinsliche Wertpapiere für die Kunden wieder attraktiver werden.

(reuters/chb)

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