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Blackrock wirbt für europäische Bankenfusionen

Blackrock-Zentrale in New York: Vermögensverwalter denkt über Europas Banken nach. Keystone

Der Fondsriese sieht einen Schulterschluss zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank kritisch. Sinnvoller wäre eine Konsolidierung über die Landesgrenzen, so Blackrock-Vize Philipp Hildebrand.

Veröffentlicht am 04.10.2016

Der US-Fondsriese Blackrock, der grösste Aktionär der Deutschen Bank, sieht einen möglichen Schulterschluss des in der Krise steckenden grössten deutschen Geldhauses mit der Commerzbank kritisch und wirbt für europäische Fusionen in der Branche.

«Wenn wir über einen Konsolidierungsbedarf sprechen, dann sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun», sagte der Vize-Chef des weltgrössten Vermögensverwalters und ehemaliger Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, einem am Dienstag vorab veröffentlichten Bericht der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» zufolge.

«Es fehlt eine klare Antwort der Politik»

Grenzüberschreitende Fusionen grosser Institute müssten möglich sein, zitierte die Zeitung den Manager. «Es fehlt eine klare Antwort der Politik auf die Frage, ob ein gesamteuropäisches Bankenmodell erwünscht ist.» Wegen der Krise in der Bankenbranche sind in den Sommermonaten Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Häuser ins Kraut geschossen.

Gleichzeitig übte Hildebrand harsche Kritik an der europäischen Bankenbranche. «Europas Banken haben in einem grossen Ausmass versagt.» Noch immer habe sich bei den Instituten die Erkenntnis nicht klar genug durchgesetzt, dass eine radikale Neuorientierung des Geschäftsmodells notwendig sei. Blackrock kaufe vor allem dann europäische Bankaktien, wenn dies im Rahmen von Indexfonds unvermeidlich sei.

Hildebrand war von seinem Amt als oberster Banker der Schweiz 2012 nach Insidervorwürfen zurückgetreten.

(sda/gku)
 

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