Am Donnerstag wird Syngenta seine Resultate für das Geschäftjahr 2007 publizieren. Der Aktienkurs lässt auf hohe Gewinne hoffen: Fast 30% legte der Titel im letzten Jahr zu. Auch der schlechte Börsenmonat Januar vermochte dem Hoch des Basler Unternehmens zunächst nichts anzuhaben: Im Zuge der guten Zahlen des amerikanischen Agrimultis Monsanto hat sich Mitte Januar auch Syngenta ein Allzeithoch erklettert.

Jüngst musste Syngenta zwar Kurseinbussen einstecken – infolge einer Patentrechtsklage der Sumitomo-Tochter Valent gegen einen Insektizid-Wirkstoff. Zusätzlich unter Druck brachte den Titel die Rating-Rückstufung von «Neutral» zu «Sell»: Die UBS-Analysten rechnen mit einer Abkühlung des Bioethanol-Booms, stärkerer Konkurrenz von Generikaprodukten oder Marktanteilsverlusten im Saatgutbereich.

«Attraktiver, defensiver Wert»

Dessen ungeachtet erwarten Marktbeobachter von Syngenta ein weiteres gutes Ergebnis für 2007. Vontobel-Analyst Damien Weyermann geht von einem 12%igen Umsatzwachstum und von 17–19% Zuwachs im EPS (Gewinn pro Aktie) aus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2008 schätzt er auf 22. «Insgesamt ist die Syngenta-Aktie nach wie vor ein attraktiver, defensiver Anlagewert mit zweistelligem Gewinnwachstum, starker Cash-Generierung und einer attraktiven Ausrichtung auf die boomende Agroindustrie», bringt es Weyermann auf den Punkt.

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Andere Agrarwirtschaftsfirmen wie Bucher und Monsanto haben mit ihren 2007-Resultaten bereits positiv überrascht. Der Landmaschinenhersteller Bucher hatte jüngst sowohl beim Bestellungseingang wie beim Umsatzzuwachs die Konsenserwartungen der Analysten übertroffen. «Wir erwarten, dass Bucher weiterhin sowohl Umsatz als auch Margen 2008 deutlich steigern kann», so die Bank Vontobel. Sie sieht das Kursziel neu bei 300 Fr., das KGV für 2008 wird auf 18 geschätzt.

Die Wachstumschancen des Agribusiness insgesamt sind vielversprechend. Gemäss Ralf Oberbannscheidt, Fondsmanager bei DWS, nimmt infolge der zunehmenden Verstädterung die global zur Verfügung stehende Anbaufläche ab. Demgegenüber steht eine steigende Nachfrage: In den nächsten Jahrzehnten wird mit einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung um 40% gerechnet. Ausserdem haben demografische Veränderungen und höhere Einkommen das Ernähungsverhalten in den Emerging Markets hin zu mehr einweisshaltiger Kost beeinflusst.

Ineffizienzen nicht eingepreist

«In der gesamten Agrikultur-Wertschöpfungskette gibt es Ineffizienzen, die der Aktienmarkt noch nicht honoriert hat», so Oberbannscheidt. Besonders viel Potenzial sieht er in den Bereichen Pflanzenschutzmittel und in der Logistik: «Die Agri-Firmen werden versuchen, ihre Transportkosten zu senken.» Bereits heute bestünden Infrastrukturengpässe, zum Beispiel in den Häfen Vietnams. Aber auch Fisch müsse wesentlich teurer sein, um seine grosse Nachfrage als Fleisch-Substitut zu decken.

Wer ohne Direktinvestition in eine Aktie in den Landwirtschaftssektor anlegen will, wählt einen Fonds oder Derivate. Der DWS Invest Global Agribusiness investiert in Aktien entlang der ganzen Wertschöpfungskette und hat ein grosses Exposure zu den USA. Der in Euro angelegte Fonds hat seit einem Jahr eine Performance von 17,3% verzeichnet, die Verwaltungsgebühr beträgt 1,5% (Valor: 2836249). Mit den ZKB-Proper-Zertifikaten kann der Anleger in einen Basket mit 16 Agribusiness-Unternehmen investieren, darunter Monsanto, Deere, Syngenta, Archer-Daniels-Midland etc. Die Tracker wurden im Oktober 2007 emittiert und laufen noch bis November 2010 (Valor: 3490002).

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