Der Dollar hat aktuell Rückenwind und kostet wieder mehr als einen Franken. Dieser Auftrieb dürfte sich angesichts der erwarteten Zinserhöhung durch die US-amerikanische Zentralbank Fed noch verstärken. Damit richtet sich der Blick auf die Schweizer Firmen, die stark im Dollarraum engagiert sind – als da wären Swatch, Richemont oder Roche.

«Der Investmentfokus sollte auf Unternehmen liegen, die von einem steigenden US-Dollar profitieren», sagt Börsenexpertin Romy Dollé von «Mein Vermögen» im Interview mit dem Finanzportal «Finanzen.ch». «Bei den Währungen bietet der US-Dollar die höchsten Chancen.»

Galenica als Geheimtipp

Pharmaunternehmen und Konzerne der Uhren- und Schmuckindustrie geniessen dabei nicht nur Vorteile der Währung, sondern auch des anziehenden Absatzes in den USA. Denn ein stärkerer Dollar macht Schweizer Produkte für den US-Konsumenten relativ günstiger und treibt damit die Nachfrage.

Als Geheimtipp handelt die Expertin die Pharma-Aktie von Galenica – was nicht nur am Dollar liegt, sondern vor allem an der Strategie: «Für 2016 gibt es den Plan, das Unternehmen in zwei Sparten aufzuspalten, was den Wert der zwei Unternehmen dann nochmals erhöhen sollte.» Beide Sparten agierten bereits sehr erfolgreich, wie Dollé weiter sagt. Für die nächsten Jahre erwartet sie ein «stetiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum».

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Zunehmende Schwankungen am Devisenmarkt

Finger weg heisst es bei Rohstoffen: «Der drastische Rückgang der chinesischen Nachfrage wird die Rohstoffpreise vorerst noch weiter vernichten», sagt Dollé. Tiefe Rohstoffpreise wiederum würden die Rohstoffwährungen mit nach unten ziehen – auf dem Devisenmarkt zieht also ein rauer Wind auf.

Händler rechnen denn auch mit stärkeren Schwankungen an den Devisenmärkten als in den gesamten zwei Jahren zuvor. Das geht auch aus Devisenvolatilitätsbarometern am Terminmarkt hervor. Weiteres Indiz: Die Nachfrage für den Dollar ist so hoch, dass die Konvertierung von Euro-, Yen- und Pfundzahlungen in Dollar über die Finanzierungsmärkte nahezu den höchsten Stand seit mindestens 2012 erreicht hat.

Gewinne in Dollar

Auch Julius-Bär-Chefstratege Christian Gattiker sieht einen Nutzen durch den erstarkten Dollar, wie er gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sagt. Laut Gattiker wären die Profiteure eigentlich diejenigen, die in der Schweiz produzieren und in die USA exportieren. «Allerdings haben diese vor ein paar Jahren dermassen unter dem Dollar gelitten, dass sie neue Absatzmärkte gesucht haben», sagt der Banken-Experte.

Nun würden insbesondere Firmen mit einem grossen Geschäft in den USA gewinnen. «Deren US-Geschäfte werden attraktiver, denn jeder in Dollar erzielte Gewinn ist nun ebenfalls wertvoller in Franken.» Neben Pharmaunternehmen seien das Nahrungsmittelproduzenten und zum Teil auch Banken.

Der vollständige Börsenausblick erscheint wöchentlich auf finanzen.ch.