Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag ganz knapp im Plus geschlossen. Nach einem freundlichen Start fielen die Kurse vorübergehend in die Verlustzone, ehe sie sich am Nachmittag knapp über dem Schlussstand vom Vortag bzw. über der Marke von 9000 Punkten etablierten. Nach einer im Anschluss an die Anschläge in Paris turbulenten Woche mit einem sehr starken Dienstag sei die Luft zum Wochenende etwas draussen gewesen, hiess es dazu in Marktkreisen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,08 Prozent höher bei 9015,83 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 3,1 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte 0,09 Prozent auf 9237,18 Punkte zu, wogegen der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, 0,02 Prozent auf 1352,95 Punkte zurückfiel. Von den 30 Blue Chips schlossen 15 im Plus, 14 im Minus und einer (Zurich) unverändert.

Swatch als Tagessieger

Swatch gingen mit einem Plus von 1,9 Prozent als Tagessieger aus dem Handel, dies nachdem der Titel am Vortag im Anschluss an die Publikation erneut schwacher Uhrenexportdaten zu den grössten Verlierern gehört hatte. Zwei deutliche Kurszielsenkungen durch die Bank Vontobel und die Credit Suisse belasteten den Titel kaum, zumal die Credit Suisse das Rating «Outperform» bestätigte. Richemont (+0,3 Prozent) waren dagegen kaum gefragt. Weitere klare Gewinner waren Schindler (+1,3 Prozent) oder ABB (+0,8 Prozent). Bei ABB sei es zu Deckungskäufen aus Grossbritannien gekommen, hiess es am Markt.

Für das letztlich knappe Plus des SMI waren vor allem die Avancen in Roche (+0,6 Prozent) wichtig. Die Bank J. Safra Sarasin hat auf ihrer Top Pick-Liste Novartis durch Roche ersetzt, was der Kursentwicklung von Roche wohl entgegengekommen ist. Ausserdem hat der Basler Konzern am Freitag über eine Zusatzzulassung für das Krebsmedikament Xeloda in Japan berichtet. Novartis zogen ebenfalls an, mit einem Plus von 0,4 Prozent aber etwas moderater.

Credit Suisse im Minus

Syngenta (-0,3 Prozent) schlossen dagegen knapp in Minus. Der zuletzt von sich jagenden Übernahmegerüchten getriebene Titel legte damit eine leichte Verschnaufpause ein. Das Unternehmen hat in den USA Klagen gegen Rohstoffhändler wie Cargill oder Archer Daniels Midland (AMD) eingereicht. Dabei geht es um Schadensersatzforderungen von Farmern, nachdem China die Einfuhr von verunreinigten Mais-Lieferungen verweigert hatte. Der Agrochemiekonzern sieht bei den nun beklagten Firmen eine Mitverantwortung.

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Die grössten Ausschläge und damit auch die ausgeprägtesten Verluste verzeichneten Transocean (-3,1 Prozent) und Credit Suisse (-2,9 Prozent). Die Aktien der Credit Suisse hatten am Vortag anlässlich der ausserordentlichen GV, an welcher zwei Kapitalerhöhungen bewilligt wurden, noch leicht zugelegt. Dahinter folgten Galenica und UBS (je -0,8 Prozent) mit vergleichsweise bescheidenen Abgaben.

Kräftiges Plus bei Oerlikon

Im breiten Markt fielen OC Oerlikon mit einem kräftigen Plus von 6,0 Prozent auf, dies nach dem Verkauf der Sparte Leybold Vacuum an die schwedische Atlas Copco. Analysten halten die Entscheidung für richtig und den Verkaufspreis für hoch.

Gesucht waren auch AMS, welche sich um 3,1 Prozent verteuerten. Die am Morgen kommunizierte Akquisition des belgischen Bildsensor-Herstellers CMOSIS stiess in ersten Reaktionen auf Anklang.

(awp/ise/chb)