Die Aktien der Credit Suisse (CS) stehen am Donnerstagmorgen massiv unter Druck. Nachdem die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken das vierte Quartal mit einen Milliardenverlust abschliessen muss, dürfte sich die Talfahrt der letzten Tage und Wochen auch weiterhin ungebremst fortsetzen. Auch die gegenüber dem Vorjahr stabile Jahresdividende scheint keinen Trost zu spenden. Um 10 Uhr stand der Aktienkurs fast 10 Prozent tiefer als am Vortag. Der Gesamtmarkt (SMI) stand dagegen nur 0,5 Prozent tiefer.

In Analystenkreisen zeigt man sich erschüttert, was die Geschäftsentwicklung im Schlussquartal anbetrifft. Die Erträge seien dem Unternehmen regelrecht weggebrochen, so heisst es. Als «Fels in der Brandung» wird die Universalbank Schweiz bezeichnet.

Konsensschätzungen klar verfehlt

In allen anderen Geschäftszweigen seien die Erträge und der Beitrag vom Vorsteuerergebnis deutlich schwächer als erwartet ausgefallen. Selbst unter Ausklammerung einmaliger Belastungen wie Goodwill-Abschreibungen, Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten oder Restrukturierungskosten habe die Credit Suisse die Konsensschätzungen klar verfehlt, so lautet der Tenor.

Wie die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar schreibt, konnte die Credit Suisse selbst die tiefen Erwartungen auf allen Stufen nicht erfüllen. Wie zuvor schon bei der UBS habe sich die Zurückhaltung der Kunden deutlich im Resultat niedergeschlagen. Der Analyst sieht weitere Risiken in Form hoher zusätzlicher Abschreibungen für Rechtsrisiken und in möglichen steigenden Kreditrisikokosten, insbesondere bei Ausleihungen im Ölsektor.

Abschreiber kaum überraschend

Was die gegenüber dem Vorjahr stabile Dividende anbetrifft, atmen Experten auf. Dass die Aktionäre zwischen einer Bar- und einer Stockdividende wählen können, überrascht allem Anschein nach nicht.

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Händlern zufolge ranken sich schon seit Wochen Spekulationen unterschiedlichster Art rund um die Aktien der Credit Suisse. So komme der milliardenschwere Abschreiber auf der Übernahme von Donaldson Lufkin & Jenrette nicht sonderlich überraschend, sei ein solcher in der jüngsten Vergangenheit doch immer wieder ein Thema gewesen.

Ertragsrückgang und Margendruck

Dasselbe gelte für den Ertragsrückgang im Investment Banking und den Margendruck im Private Banking. Denn die Valoren der Schweizer Grossbank seien sowohl für die Ergebnisenttäuschung der Rivalin UBS als auch für jene von Julius Bär in Sippenhaft genommen und mit Kursverlusten abgestraft worden.

Allerdings spreche das deutlich schwächer als befürchtete Quartalsergebnis bei der Credit Suisse noch einmal für einen eventuell sogar deutlich tieferen Aktienkurs.

(sda/gku/ama)