Nach den ersten Ergebnissen vom EU-Gipfel haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag positiv tendiert. Die Vereinbarungen zu Schuldenbremsen und «halbautomatischen Sanktionen» für Schuldensünder seien bemerkenswerte Erfolge, urteilte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Im Hinblick auf ihre Umsetzung gebe es jedoch noch einige offene Fragen.

Der SMI startete schwach und stand um 9.30 Uhr 0,30 im Minus. Dann erholte sich der Markt jedoch und der Schweizer Leitindex lag gegen 12.10 Uhr 0,6 Prozent im Plus bei 5772 Punkten. Einzig Syngenta mussten Verluste hinnehmen.

Der EuroStoxx 50 stieg bis zur Mittagszeit um 1,08 Prozent. In Paris legte der CAC 40 1,12 Prozent zu, in Deutschland stand der Dax 1,21 Prozent im Plus. Der britische FTSE 100 rückte um 0,18 Prozent vor.

Finanztitel im Mittelpunkt

In der Nacht zum Freitag hatten die 17 Euroländer und sechs weitere EU-Staaten den von Deutschland und Frankreich vorgelegten Plan für eine strengere Haushaltsdisziplin gebilligt. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden mit dem Start in die «Stabilitäts- und Fiskalunion». Faule Kompromisse seien vermieden worden.

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Grossbritannien hatte Zugeständnisse für seine Finanzbranche gefordert, aber nicht erhalten. Das Land sowie drei weitere EU-Staaten bleiben somit ausgeklammert. Mehr als das sei realistischerweise nicht zu erwarten gewesen, sagte ein Analyst.

Vor diesem Hintergrund standen vor allem Finanztitel im frühen Handel im Blickpunkt, zumal die Europäische Bankenaufsicht am Vorabend nach Börsenschluss das Ergebnis des jüngsten Stresstests veröffentlicht hatte. Vor allem deutsche Banken müssen ihr Eigenkapital stärker aufstocken als prognostiziert. Händlern zufolge waren die Ergebnisse aber weitestgehend wie erwartet ausgefallen.

Französische Banken-Titel erholen sich

Unter Druck gerieten an den europäischen Aktienmärkten zunächst die französische Bankentitel nach einer Herabstufung durch Moody's. Die US-Ratingagentur senkte die Kreditwürdigkeit für die drei Grossbanken Societe Generale, BNP Paribas und Credit Agricole um jeweils eine Stufe.

Der Schritt wurde mit der ungelösten Euro-Schuldenkrise, den sich deutlich verschlechternden Konjunkturaussichten und den zunehmenden Finanzengpässe der Institute begründet. Bis zur Mittagszeit erholten sich die Papiere aber wieder. Societe Generale legten 0,94 Prozent zu, BNP Paribas 2,44 Prozent und Credit Agricole um 1,78 Prozent.

(tno/vst/awp)