Zwei der zehn grössten Aktionäre des Bergbaukonzerns Xstrata haben Bedenken gegen ein Zusammengehen mit dem Rohstoffhändler Glencore angemeldet. Sie wollen gegen den Schritt stimmen und stellen so die geplante Mega-Fusion in der Bergbaubranche in Frage. Standard Life Investments, der viertgrösste Anteilseigner des britisch-schweizerischen Bergbaukonzerns, ist mit dem Deal unzufrieden. Auch das Finanzhaus Schroders findet die gebotenen 41 Milliarden US-Dollar für jene 66 Prozent der Aktien, die nicht schon Glencore gehören, zuwenig.

Laut des Finanzdatendienstleisters Thomson Reuters besitzen die Kritiker zusammen 3,6 Prozent der Xstrata-Aktien. Sollten Standard Life und Schroders weitere Aktionäre auf ihre Seite bringen, könnten sie Glencores Pläne zur Schaffung eines Megakonzerns durchkreuzen.

Glencore und Xstrata beherrschen den Markt

«Das ist ein fabelhafter Deal für Glencore und es ist möglicherweise auch ein grossartiges Geschäft für das Xstrata-Management, aber es ist ein schwaches Geschäft für die Mehrheit der Aktionäre», sagte ein Mitarbeiter von Schroders der Nachrichtenagentur Reuters. Glencore bietet 2,8 Aktien pro Xstrata-Anteil. Für die Aktionäre liegt eine Prämie von rund 15 Prozent drin, wenn man den Kurs von Anfang Februar als Basis der Berechnung herzieht.

Neben den Aktionären dürften auch die Wettbewerbsbehörden kritisch auf die geplante Fusion blicken. Glencore und Xstrata würden einen grossen Teil des Marktes für Kraftwerkskohle, Kupper oder Zink beherrschen. Regierungen auf der ganzen Welt könnten sich fragen, inwieweit ein solcher Konzern Einfluss auf den Handel mit Nahrungsmitteln, Industriegütern und Energie haben wird.

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(muv/tno/awp)