In den USA ist die Beschäftigung im April deutlich stärker als erwartet gestiegen. Zudem war der Beschäftigungsanstieg in den beiden Vormonaten nach oben korrigiert worden. Das hatte insbesondere deshalb die Stimmung am Markt aufgehellt, weil an den Vortagen noch die April-Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP) für die amerikanische Privatwirtschaft sowie die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe enttäuscht hatten. Nunmehr rücke die Sorge vor einer Abschwächung der US-Konjunktur wieder etwas in den Hintergrund, sagten Börsianer.

Für den Dow Jones Industrial Average (DJIA) ging es um 0,98 Prozent auf 12‘707,69 Punkte nach oben. Der breiter gefasste S&P-500-Index kletterte um 0,98 Prozent auf 1348,24 Punkte, nachdem er bislang in dieser Handelswoche stets im Minus geschlossen hatte. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Nasdaq Composite um 0,83 Prozent auf 2837,95 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 machte 0,76 Prozent auf 2393,38 Punkte gut.

Die Aktien der American International Group (AIG) sanken nach Zahlen um 0,26 Prozent auf 30,71 US-Dollar. Der gestrauchelte Versicherungsriese und Allianz-Konkurrent hatte im ersten Quartal schon wieder Verluste geschrieben. Massive Belastungen aus der Naturkatastrophe in Japan und hohe Kosten für die Rückzahlung der erhaltenen Staatshilfe drückten den Konzern unter dem Strich mit 543 Millionen Dollar ins Minus. Im Vorjahreszeitraum hatte AIG noch 359 Millionen Dollar verdient.

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Derweil hat die ungebremste Kauflust der Menschen die Kassen des Kreditkarten-Anbieters Visa auch im zweiten Geschäftsquartal prall gefüllt. Der Gewinn war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent gestiegen, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Zudem lässt Visa seine Aktionäre mit einem neuen, eine Milliarde Dollar schweren Aktienrückkauf am Erfolg teilhaben. Die Papiere stiegen dennoch nur um moderate 0,25 Prozent auf 78,90 Dollar. Am Markt war offenbar insgeheim mit noch mehr gerechnet worden. Zudem hatten bereits die beiden Rivalen Mastercard und American Express über gut laufende Geschäfte berichtet und satt verdient.

Kraft Foods hatte in den ersten drei Monaten des Jahres indes ein Umsatzplus von elf Prozent verbucht. Nach Angaben des Lebensmittelmultis hatten dazu unter anderem Preiserhöhungen beigetragen. Der steile Absturz lag aber nur daran, dass Kraft im Vergleichszeitraum sein nordamerikanisches Pizzageschäft an den Schweizer Rivalen Nestlé verkauft hatte, was damals den Gewinn nach oben getrieben hatte. Operativ verdiente Kraft nun mehr. Kraft-Anteile stiegen um 2,61 Prozent auf 34,26 Dollar.

(laf/awp)