Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit einem Plus beendet. Gestützt wurde der SMI von Schwergewicht Novartis, während die Uhrenwerte im Vorfeld der am Dienstag anstehenden Aussenhandelszahlen einmal mehr klar abgaben.

Die Spekulationen um eine baldige Leitzinserhöhung in den USA würden derzeit die Gewinnchancen des SMI deckeln, hiess es im Handel. Unterstützung kam von der Währungsseite: Der US-Dollar kostet wieder mehr als 99 Rappen und der Euro hält sich über 1,11 Franken. An den meisten Börsen Europas überwogen jedoch die Minuszeichen, nachdem sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Mai leicht eingetrübt hatte.

Roche und Actelion wenig fester

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,41 Prozent höher auf 8038,46 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte um 0,52 Prozent auf 8709,57 Zähler zu. Bei den 30 Blue Chips schlossen 21 im Plus und neun im Minus. Die Novartis-Aktien schoben den Gesamtmarkt mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent an. Der Basler Pharmakonzern kann auf einen Nachfrageschub bei seinem Herzmedikament Entresto hoffen.

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Die anderen beiden Pharmawerte im SMI - Roche (+0,3 Prozent) und Actelion (+0,1 Prozent) - gewannen nur wenig hinzu. Das dritte defensive Schwergewicht Nestlé gewann 0,3 Prozent. Zu den Gewinnern zählten zudem Galenica (+0,5 Prozent). Auch Aryzta (+1,2 Prozent), Sonova (+0,9 Prozent), ABB (+0,8 Prozent) oder Adecco (+0,8 Prozent) legten deutlicher zu.

Swatch und Richemont unter Druck

Unsicherheiten über die Lage in China belasten die Uhrenwerte. Mit Richemont ging es um 3,5 Prozent nach unten; im Nachgang zu den am letzten Freitag präsentierten, schwachen Jahreszahlen hagelt es nun Rating- und Kurszielsenkungen.

Auch Swatch (-2,3 Prozent) gaben deutlich ab. Kepler hatte das Rating für den Titel von «Buy» direkt auf «Reduce» gesenkt; der zuständige Analyst nennt die rapide Verschlechterung des Handelsumfeldes als Grund dafür. Der Experte vermutet, dass Swatch Marktanteile verlieren könnte. Grössere Abgaben zeigten auch auf LafargeHolcim (-1,0 Prozent) und Swisscom (-2,0 Prozent), wobei Händler bei letzterer auf die Service-Public-Abstimmung Anfang Juni als Unsicherheitsfaktor verweisen.

Monsanto-Offerte bewegt Syngeta wenig

Die Finanzwerte können nicht weiter von den Aussichten auf höhere Zinsen profitieren. Die Assekuranzen Zurich (-0,6 Prozent), Baloise (-0,1 Prozent) und Swiss Re (-0,4 Prozent) gaben ab, während Swiss Life (+0,3 Prozent) und die Banken UBS (+0,3 Prozent), CS (+1,1 Prozent) und Julius Bär (+0,4% Prozent) im Plus schlossen.

Die Megaofferte im Agrochemiemarkt, die deutsche Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar schlucken, ist auch hierzulande ein Thema. Die Aktien von Syngenta (-0,3 Prozent) zeigten sich allerdings kaum von der News bewegt, liegt doch für die Titel der Basler ein Übernahmeangebot von ChemChina auf dem Tisch.

(sda/me)