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Banken testen den Handel mit Bitcoins

Bitcoins: Erstmals regulärer Handel per Bank angeboten. Keystone

Die westlichen Banken haben den Bitcoin lange gemieden, das Vertrauen war gering. Das wird jetzt anders: Obwohl der Bitcoin mit Pannen kämpft, bietet jetzt eine regulierte Bank den Handel damit an.

Von Marc Badertscher
am 23.02.2015

Lange Zeit machten alle westlichen Banken einen grossen Bogen um alles, was mit Bitcoin zusammenhängt. Zu gross war die Furcht vor Reputationsschäden, zu unsicher die Zukunft der digitalen Währung generell. Doch die Zurückhaltung schwindet gerade. In Deutschland bietet mit der Fidor Bank aus München zum ersten Mal eine regulierte Bank eine engere Anbindung an den Handel mit Bitcoin an.

Konkret können Kunden von Fidor und ihres Partners bitcoin.de nun innerhalb von Sekunden Bitcoins gegen Euro handeln. Das Entscheidende daran ist: Die Euros, welche die Kunden auf ihrem Fidor-Konto halten, sind bis zum Wert von 100'000 Euros wegen der EU-Regeln zur Einlagensicherung geschützt.

Bitcoins sind nicht versichert

Dieser obligatorische Konsumentenschutz hebt die Fidor Bank von anderen spezialisierten Bitcoin-Börsen ab, die bisher vornehmlich aus Asien oder Slowenien heraus operierten und keinen so weitgehenden Schutz der Euro- oder Dollar-Einlagen kennen. Nicht versichert sind auch beim Fidor-Modell nach wie vor die Bitcoins. Die Bitcoin-Guthaben werden nicht bei der Bank selber geführt, sondern bei der Partner-Unternehmung, und unterliegen auch nicht der Einlagensicherung. Vorderhand fokussiert die Fidor Bank auf den deutschen Markt. Kunden etwa aus der Schweiz steht derzeit kein standardisierter Identifikationsprozess zur Verfügung, was die Eröffnung eines Kontos erschwert.

Doch auch andere Banken strecken ihre Fühler in die Bitcoin-Welt aus. So hat sich kürzlich die BBVA-Bank aus Spanien an Coinbase beteiligt. Coinbase ist ein etablierter Bitcoin-Dienstleister aus den USA und bietet ebenfalls den Handel mit der kryptographischen Währung an. Gegenwärtig bemüht sich das Unternehmen um die Zulassung in den entscheidenden Bundesstaaten New York und Kalifornien. An Coinbase sind inzwischen neben der Börse NYSE prominente Namen aus der Banken-Welt wie Ex-Citygroup-Chef Vikram Pandit beteiligt.

Bitcoins in Millionenwert verloren

In letzter Zeit sorgten verschiedene Bitcoin-Dienstleister für negative Schlagzeilen. So gelang es Betrügern Anfang Jahr, bei der Börse Bitstamp Bitcoins im Wert von fünf Millionen Dollar zu entwenden. Das Management von Bitstamp versicherte daraufhin den Kunden, den Schaden zu übernehmen und die gestohlenen Bitcoins der Kunden zu ersetzen. Die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens sollten hierfür ausreichen. Erst letztes Jahr sicherte sich Bitstamp 10 Millionen Dollar an Investorengeldern.

Auch bei Mycoin aus Hongkong verloren Kunden kürzlich Bitcoins im Wert von Millionen. Allerdings handelte es sich bei der inzwischen geschlossenen Börse mutmasslich um ein ganz normales Ponzi-System mit dem Versprechen von exorbitanten Renditen, was unvorsichtige Kunden angezogen hat.

Mehr Themen zum Bitcoin lesen Sie im Handelszeitungs-Blog «Bits & Coins».

 

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