Heute Nacht startet der US-Aluminiumriese Alcoa die Berichtssaison. Schon morgen folgen mit Geberit und Sika die ersten Schweizer Schwergewichte. Trotz gemischter Vorzeichen erwarten Analysten mehrheitlich positive Ergebnisse.

ZKB-Analyst Martin Hüsler erwartet in der Summe eine solide Ausweissaison: Sowohl die Abschwächung des Schweizer Frankens im Schlepptau des Euros als auch der kollabierende Ölpreis seien für die Ergebnisse der Schweizer Firmen im vierten Quartal mehrheitlich vorteilhaft, so Hülser.

Wenig Überraschungen

Als Leiter der Immobilien-, Infrastruktur- und Industrie-Research-Abteilung erwartet der ZKB-Analyst gerade im Bausektor leicht bessere Zahlen. «Denn das grösste Risiko eines frühen Wintereinbruchs ist nicht eingetroffen», sagt Hülser. Grosse Überraschungen dürften aber ausbleiben

Stefan Meyer, Leiter Aktienanalyse Schweiz bei UBS Wealth Management, rechnet auch nicht mit vielen Überraschungen. Insgesamt sei die Vorhersage aber dieses Mal nicht so leicht, weil beispielsweise bei den Banken nur wenige Indikationen vorhanden seien. Klar ist indes, dass die Gewinnschätzungen in der Breite auch in der Schweiz leicht nach unten korrigiert wurden.

Kollabierender Ölpreis macht noch wenig aus

Einig sind sich die Analysten, über die grundsätzlich positive Auswirkung des fallenden Ölpreises. Dabei sei aber klar, dass sich der Absturz noch nicht allzu gross ausgewirkt habe, sagt Stefan Meyer. «Solche Effekte werden erst mit Verzögerung sichtbar.» Viele Unternehmen hätten Lager oder längerfristige Verträge.

Auch Martin Hüsler glaubt, dass sich der Ölpreis erst ab dem nächsten Quartal stärker auswirken wird. Dann dürften viele Unternehmen profitieren, weil sowohl Energie als auch Rohmaterialien billiger würden. Schwer treffen dürfte der niedrige Ölpreis hingegen weiterhin Transocean, die einzige Schweizer Firma in der physischen Ölförderung.

Währungseffekte könnten helfen

Die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Dollar sowie auch gegenüber Währungen in den Emerging Markets sei sicher gut für die Ergebnisse, sind sich die Analysten einig. Unternehmen, die in Schweizer Franken rapportieren, profitieren dadurch von positiven Translationseffekten.

Nachdem die Währungseffekte im ersten Halbjahr 2014 noch klar negativ waren, hätte sich dieser Einfluss bereits im dritten Quartal halbiert, sagt Stefan Meyer. Und im vierten Quartal sei dieser negative Währungseinfluss wohl ganz verschwunden. «Dies wird sich merklich auf die Zahlen auswirken.»

Anzeige