Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutliche Verluste erlitten. Geprägt war das Geschehen einmal mehr von Spekulationen um Griechenland; dies nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Aufschub bei der Schuldenrückzahlung abgelehnt hat.

Zudem habe ein Ausfall beim Marktdaten- und Nachrichten-Dienstleister Bloomberg die Finanzplätze weltweit in Aufregung versetzt. Der Verfall von Optionen auf Indizes und Einzelaktien an der Eurex sowie der nachgebende Dollar nannten Händler als weitere Gründe für Gewinnmitnahmen.

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Der Schwergewichte-Index SMI schloss 1,62 Prozent tiefer bei 9245,92 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von 2,4 Prozent. Der marktbreite SPI verlor am Freitag 1,58 Prozent auf 9279,64 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen alle im Minus.

Dax verliert mehr als 2,5 Prozent

Auch an der deutsche Börse ist die Rekordstimmung verflogen: Der Dax beschleunigte wegen Sorgen über eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausscheiden aus dem Euro seine am Vortag gestartete Talfahrt nochmals.

Mit einem Abschlag von 2,58 Prozent auf 11'688,70 Punkte ging er aus dem Handel und büsste auf Wochensicht 5,6 Prozent ein. Damit verbuchte er den grössten Verlust innerhalb einer Woche seit Anfang November 2011. Noch am vergangenen Freitag hatte das Börsenbarometer bei 12 390 Punkten ein Rekordhoch erklommen.

Paris und London ebenfalls im Minus

Der Euro Stoxx 50 erlebte mit minus 3,72 Prozent die schwächste Woche seit Mitte Dezember. Vor dem Wochenende verlor der europäische Leitindex 2,07 Prozent auf 3674,05 Punkte, nachdem er am Montag mit 3836 Punkten noch den höchsten Stand seit Mai 2008 erreicht hatte.

Der Pariser Cac-40-Index rutschte um 1,55 Prozent auf 5143,26 Punkte ab. In London sank der Leitindex FTSE 100 um 0,93 Prozent auf 6994,63 Punkte. Er hatte tags zuvor bei 7119 Punkten noch ein weiteres Rekordhoch erreicht.

Wall Street gibt deutlich nach

Auch die Wall Street schloss sich dem schwachen europäischen Aktienmarkt an. Für den Dow Jones Industrial ging es in der ersten Handelsstunde wieder deutlich unter die Marke von 18'000 Punkten. Der US-Leitindex verlor 1,26 Prozent auf 17'878,19 Punkte.

Der marktbreite S&P-500-Index, der sich zuletzt wieder in Richtung seines Rekordhochs vom Februar bei 2119 Punkten orientiert hatte, rutschte um 0,96 Prozent auf 2084,71 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,32 Prozent auf 4360,52 Punkte abwärts.

Syngenta grösster Verlierer

Im Fokus an der Schweizer Börse standen nach der Publikation von Quartalszahlen die Aktien von Nestlé und Syngenta. Nestlé gehörten mit einem Kursabschlag um 0,9 Prozent noch zu den robustesten Aktien. Der Nahrungsmittelkonzern hat die Markterwartungen mit seinen Umsatzzahlen für das erste Quartal mehr oder weniger erfüllt.

Die grössten Verlierer waren Syngenta mit einem Minus von 4,4 Prozent. Der Agrochemiekonzern hatte mit den Umsatzzahlen für das erste Quartal deutlich unter den Erwartungen abgeschnitten. Insbesondere der starke Anstieg des Dollars bremste die Geschäftsentwicklung aus, aber auch der Volumenrückgang kam in dieser Höhe überraschend. Die Schwergewichte Roche (-1,9 Prozent) und Novartis (-1,9 Prozent) schnitten etwas schwächer ab als der Gesamtmarkt.

(awp/tno)