Ein Milliardeninvestment von Warren Buffett bei der krisengeschüttelten Bank of America hat den US-Börsen Rückenwind beschert, aber nicht dauerhaft ins Plus drücken können.

Der Dow Jones Industrial, der an den drei vorangegangenen Handelstagen ein Plus verbucht hatte, startete zunächst mit moderaten Gewinnen in den Handel und rutschte dann ins Minus. Zuletzt lag der US-Leitindex mit minus 0,18 Prozent bei 11'300,81 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 zeigte sich mit einem Abschlag von 0,03 Prozent auf 1177,19 Punkte kaum verändert.

An der Technologiebörse Nasdaq sank der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,31 Prozent auf 2138,29 Punkte, für den Composite-Index ging es um 0,29 Prozent auf 2.460,49 Punkte nach unten. Auf die Stimmung drückte, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen war.

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Die Bank of America hatte kurz vor Handelsstart mitgeteilt, dass Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway für fünf Milliarden Dollar Vorzugsaktien des Geldhauses kaufen werde. Angesichts dieser Nachricht sprangen die Titel der Bank of America um 17,02 Prozent auf 8,18 Dollar nach oben. Sie waren zu Beginn der Woche nach Gerüchten um eine nötige Kapitalerhöhung noch stark unter Druck geraten.

Buffett hatte in der Finanzkrise bereits der Investmentbank Goldman Sachs mit einer millardenschweren Geldspritze geholfen. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Berkshire 6 Prozent Zinsen pro Jahr kassieren.

Warten auf die Fed

Die Bank aus Charlotte in North Carolina ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den grossen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss.

Anleger rätseln weiter über das weitere geldpolitische Vorgehen der US-Notenbank Fed. Mit Spannung erwarten Börsianer eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke am Freitag auf der wichtigen Notenbank-Konferenz im amerikanischen Jackson Hole. Im vergangenen Jahr hatte er dort die zweite Runde milliardenschwerer Anleihenkäufe eingeläutet.

Apple verlieren nach Jobs-Rücktritt

Im Fokus standen ausserdem die Aktien von Apple nach dem Rücktritt von Firmengründer Steve Jobs als Konzernchef. Die Anteilsscheine des Herstellers von iPhone, iPad und Co. verloren überdurchschnittliche 1,83 Prozent auf 369,28 Dollar. Ein Börsianer meinte, dass das Schicksal von Apple eng mit der Person Steve Jobs verbunden sei. Seiner Meinung nach dürften sich die Apple-Titel so lange schwach entwickeln, bis Nachfolger Tim Cook die Anleger beruhigt und seinen Wert für die Firma demonstriert habe. Der Rücktritt von Jobs sei zwar nicht das Ende von Apple, aber das Ende einer Ära.

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Analysten beurteilen die Perspektiven für die Apple-Aktien trotz des Rücktritts weiterhin positiv. Da Jobs' Nachfolger Tim Cook das tägliche Geschäft bereits als Interims-Vorstandschef geführt habe, sollte es keine Probleme durch den Führungswechsel geben, schrieb etwa UBS-Analyst Maynard Um in einer Studie.

(tno/laf/awp)