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China und Fed beherrschen weiter die Börsen

Indizes-Anzeigetafel in Hongkong: Der Blick gilt weiterhin China.   Keystone

Auch die neue Börsenwoche dürfte wieder im Zeichen Chinas und der Zentralbanken stehen. Während gute Nachrichten aus China sehnlich erwartet werden, sind positive News aus den USA weniger willkommen.

Veröffentlicht am 30.08.2015

Der Aktienhandel dürfte sich auch in der neuen Börsenwoche nervös gestalten. Neben neuer Konjunkturdaten aus China könnten die Zentralbanken dies- und jenseits des Atlantiks für Gesprächsstoff sorgen.

Auch wenn sich der Handel an den wichtigsten Börsenplätzen im Laufe der vergangenen Woche wieder etwas beruhigt hat, gehen Händler davon aus, dass die Finanzmärkte nicht ohne weiteres zur Normalität übergehen werden.

Einkaufsmanagerindex am Dienstag

Dabei dürften vor allem Nachrichten zur chinesischen Wirtschaft darüber entscheiden, in welche Richtung es geht. Neue Hinweise auf den Zustand der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt liefert am Dienstag der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe.

Am Wochenende bekräftigte Ministerpräsidenten Li Keqiang, dass China trotz zunehmenden Drucks mit einer angemessenen Geschwindigkeit wachse. Die Regierung könne die Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert werde, gut bewältigen, sagte Li nach einem ausserordentlichen Kabinettstreffen am späten Samstagabend.

Was macht die EZB?

Neben dem Zustand der chinesischen Wirtschaft beschäftigt die Anleger in der neuen Börsenwoche auch die Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) im Anschluss an die Zinssitzung am Donnerstag Hinweise auf eine mögliche Ausweitung ihres Anleihenkaufprogramms geben wird.

Nach Einschätzung von EZB-Chefökonom Peter Praet hat sich zuletzt die Gefahr erhöht, dass die Zentralbank ihr mittelfristiges Inflationsziel von knapp zwei Prozent verfehlen könnte. Dieser Wert wird als ideal für die Wirtschaftsentwicklung angesehen.

Quantitative Easing-Programm ausweiten

Vor allem die stark sinkenden Ölpreise könnten die Preise nun aber weiter nach unten drücken. Um die Teuerung anzuheizen und die Konjunktur in der Euro-Zone anzukurbeln, hatte die EZB im März ein billionenschweres Wertpapierkaufprogramm gestartet. Es soll bis September 2016 laufen.

Commerzbank-Analyst Michael Schubert geht zwar davon, dass die EZB das sogenannte Quantitative Easing-Programm verlängern oder sogar ausweiten wird. Am Donnerstag dürfte der Rat aber noch an der Politik der ruhigen Hand festhalten, erklärt der Experte.

Turbulenzen in China schüren Zweifel an Zinserhöhung

Mit Blick auf die US-Notenbank Fed interessiert in der neuen Woche vor allem eine Frage: Wird sie im September oder doch erst im Dezember die Zinsen erhöhen? Zuletzt hatten die Turbulenzen in China Zweifel an einer baldigen Zinswende geschürt.

Anleger fürchten, dass auch die Wirtschaft in den USA unter einer Wachstumsverlangsamung im Reich der Mitte leiden könnte. Am Freitag betonten am informellen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole allerdings mehrere Fed-Vertreter, dass eine Zinserhöhung im September trotz der Börsenturbulenzen nicht vom Tisch ist.

Gemischte Gefühle vor US-Arbeitsmarktbericht

Die zahlreichen US-Daten in den kommenden Tagen dürften daher genauestens analysiert werden - von besonderem Interesse ist dabei der monatliche Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.

Am Mittwoch publiziert die Fed zudem ihren Konjunkturbericht, das so genannte «Beige Book». Experten gehen davon aus, dass sich das Bild einer robusten Konjunktur sowie eines starken Arbeitsmarktes in den USA verfestigen wird.

(sda/gku)

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