Geld zur Seite legen, macht keinen Spass mehr – seit die weltweite Notenbankpolitik die Zinsen auf historische Tiefstände gedrückt hat. Denn gleichzeitig sind auch bei Sparkonten die Zinssätze auf Niveaus gedrückt worden, die man zuvor noch nie gesehen hatte. Wer sein Geld zur Bank bringt, erhält kaum noch Rendite.

Das gilt vor allem für die Kunden der Grossbanken UBS und Credit Suisse, die zurzeit nur noch mickrige 0,05 Prozent Zins pro Jahr zahlen. Bei einem Vermögen von 100'000 Franken entspricht dies gerade noch einer Zinsgutschrift von 50 Franken.

Notenbanken mit Nullzinspolitik

Aber auch Kantonal- und Regionalbanken haben ihre Konditionen massiv zuungunsten der Sparer verändert. Alleine in den vergangenen drei Jahren haben sich die durchschnittlichen Sparzinsen bei Schweizer Banken halbiert – von 0,4 auf 0,2 Prozent. Das zeigt eine Datenauswertung des Winterthurer Beratungunternehmens Vermögenspartner.

Eine Wende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Noch im September hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen erneut auf ein Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Bereits seit drei Jahren hält die Schweizerische National- bank (SNB) ihren Richtsatz nahe bei null. Eine Änderung der SNB-Politik in den nächsten Jahren ist nicht zu erwarten. Wegen der Bindung des Frankens an den Euro wird die SNB der EZB nicht mit einer Zinsanhebung vorgreifen.

Suche nach Alternativen: schwer, aber nicht unmöglich

Das heisst: Wenn Sparer ihr Guthaben besser verzinsen lassen wollen als mit einem Satz, der praktisch bei null liegt, müssen sie nach alternativen Möglichkeiten suchen, um ihr Bargeld zu parkieren. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan.

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Beliebte Ausweichmöglichkeiten wie Festgeld bringen ebenfalls kaum noch Rendite. Sichere Anlagen wie Schweizer Staatsobligationen bieten noch einen Zins, der bei steigender Inflation gar Verluste beschert. Zudem laufen Sparer bei Obligationen Gefahr von Kursverlusten, wenn die langfristigen Zinsen klettern.

Die «Handelszeitung» hat fünf Alternativen zum Sparkonto analysiert, die das angelegte Geld mit mindestens 1 Prozent Zins abgelten:

Alternative 1 – Kassenobligationen: Kassenobligationen sind noch immer eine der altmodischsten und gleichzei­tig einfachsten Geldanlagen.

Alternative 2 - Säule-3a-Konto: Sparer, die ihr Geld im Hinblick auf ihre Zukunft auf die Seite legen wollen, sind mit einem Vorsorgekonto der 3. Säule gut bedient.

Alternative 3 - Baugenossenschaften: Einige Schweizer Baugenossenschaften füh­ren auch eine Darlehenskasse oder bieten Depositenkonten an – auch für Nicht­mitglieder.

Alternative 4 - Aktien: Risikofreudige können einen Teil ihres Ersparten in Aktien anlegen, die eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite aufweisen.

Alternative 5 - Hypotheken: Tiefe Zinsen bieten das Umfeld, um bestehende Immobilienschulden zu amortisieren.

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