Die Dax-Erholung hat sich am Dienstag als Strohfeuer erwiesen. Der deutsche Leitindex knüpfte zunächst an seine deutlichen Gewinne vom Montag an, nachdem er in der feiertagsbedingt verkürzten Vorwoche rund 3 Prozent eingebüsst hatte. Doch dann zogen ihn die Kursverluste der Schwergewichte BASF und Allianz mit nach unten. Am Nachmittag stürzten ihn Sorgen über die US-Konjunktur nach schwachen Handelsbilanzdaten endgültig tief ins Minus.

Zum Börsenschluss notierte der Dax saftige 2,51 Prozent im Minus bei 11'327,68 Punkten. Überzeugende Geschäftszahlen von Infineon und Adidas halfen dem Börsenbarometer ebenso wenig wie eine überraschend aufgehellte Stimmung im US-Dienstleistungssektor. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es um 2,00 Prozent nach unten auf 20'129,40 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax 2,50 Prozent auf 1'596,17 Punkte einbüsste.

SMI zum Handelsende im Minus

Dem Swiss Market Index (SMI) erging es ähnlich: Angetrieben durch die Kursgewinne der UBS lag er zunächst im Plus, um deutlich schwächer zu schliessen. Gewinne vom Vormittag gingen im Zuge von schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag mehr als verloren.

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Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,79 Prozent tiefer bei 9024,38 Punkten auf dem Tagestief. Das Tageshoch hatte knapp 9204 Zähler betragen. Der Swiss Performance Index (SPI) schloss 0,67 Prozent tiefer bei 9175,69 Punkten. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 23 im Minus und lediglich sieben im Plus.

Credit Suisse im Schlepptau der UBS

Als Hauptauslöser des Tageshochs wurden die Aktien der Grossbank UBS gehandelt. Der Kurs der UBS-Titel stieg um 3,8 Prozent. Die grösste Schweizer Bank legte am Dienstag Quartalszahlen vor, die zum Teil deutlich über den Prognosen der Analysten lagen. Für den weiteren Geschäftsverlauf gab sich die Bank zuversichtlich.

Die Aktien der Credit Suisse (+0,1 Prozent) zogen im Schlepptau der UBS ebenfalls leicht an. Den SMI stark belastet haben dagegen die Abgaben in den Papieren der Index-Schwergewichte Novartis (-1,8 Prozent) und Nestlé (-1,0 Prozent). Die Titel von Roche hielten sich etwas besser (-0,7 Prozent).

Finma-Entscheid begünstigt Sika-Erben

Gegen den Trend grössere Gewinner waren auch die Titel von Transocean (+5,5 Prozent). Die Titel von Sika (+1,3 Prozent) wurden von einem am Montag bekanntgewordenen Entscheid der Finanzmarktaufsicht (Finma) begünstigt. Demnach ist die Opting-Out-Klausel in den Sika-Statuten gültig. Der Entscheid gilt als Erfolg für die Sika-Erben und Saint-Gobain, bedeutet aber kaum das Ende des Rechtsstreits.

Am breiten Markt richtete sich das Hauptaugenmerk auf Unternehmen, die am Dienstag Zahlen vorgelegt hatten: Tornos (-4,1 Prozent), Dufry (-3,8 Prozent) und die Luzerner Kantonalbank (-1,0 Prozent) vermochten die Investoren nicht zu überzeugen. Deutlich gesucht waren hingegen die Titel von Hochdorf (+6,0 Prozent).

(sda/me)