Angst vor möglicherweise enttäuschenden Quartalsabschlüssen in den USA hat die Schweizer Börse am Dienstag belastet. Die Anleger brachten darum ihre Gewinne lieber ins Trockene. Der Leitindex SMI verlor 0,68 Prozent und schloss mit 8,555 Zählern auf dem Tagestief. Der Aluminiumhersteller Alcoa eröffnet nach Börsenschluss mit dem Quartalsergebnis die US-Bilanzsaison.

Die Erwartungen an die Firmen sind hoch. Nach Ansicht einiger Analysten könnten erstmals seit Herbst 2011 die Unternehmen des S&P 500-Index im Schnitt wieder einen prozentual zweistelligen Gewinnzuwachs erzielt haben. Allerdings veröffentlichten zuletzt verschiedene Firmen Gewinnwarnungen und in Deutschland reisst die Serie enttäuschender Konjunkturdaten nicht ab. Nach Produktion, Industrieaufträgen und Einzelhandelsumsatz schrumpften im Mai auch die Exporte überraschend stark um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. «Das birgt ein erhebliches Enttäuschungspotenzial», sagte ein Händler.

Novartis geben nach

In der Schweiz beginnen die Berichtsaison in der kommenden Woche. Unter anderem werden die Ergebnisse der SMI-Konzerne Novartis, Givaudan und SGS erwartet. Alle Standardwerte schlossen schwächer. Mit Einbussen von 0,3 Prozent schlugen sich die Titel des als wenig konjunkturanfällig geltenden Nahrungsmittelriesen Nestlé sowie des Pharmakonzerns Roche etwas besser als der Markt. Novartis gaben 0,6 Prozent nach.

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Mit Kursabschlägen von 1,1 Prozent und mehr standen die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS im Abseits. Der europäische Branchenindex schwächte sich um über zwei Prozent ab. Händler sagten, Berichte wonach der deutschen Commerzbank wegen mutmasslicher Verstösse gegen US-Sanktionen eine Geldstrafe von mindestens 500 Millionen Dollar drohe, habe die Anleger verunsichert. Jüngst hatte die französische BNP wegen Verstössen gegen US-Sanktionen eine Busse von fast neun Milliarden Dollar aufgebrummt erhalten. Credit Suisse zahlte vor knapp fünf Jahren in der gleichen Sache mehr als 700 Millionen Dollar.

Vaudoise günstig bewertet?

Bei den Versicherungsaktien stiegen Helvetia und National um drei beziehungsweise 0,7 Prozent. Kepler Cheuvreux hat Helvetia wegen der angekündigten Übernahme des Konkurrenten Nationale und dem damit verbundenen Vorrücken auf den dritten Rang unter den in der Schweiz tätigen Versicherungen auf Buy von Hold hochgestuft. Die Anteile der Vaudoise Versicherung legten dank spekulativer Käufen rund vier Prozent zu. Dabei wetteten Händler mehr auf einen Rückzug des Westschweizer Versicherers von der Börse. Ein Händler sagte, das Angebot für Nationale zeige, dass die Vaudoise-Aktie im Vergleich zu Nationale sehr günstig bewertet sei.

Über dem Markt liegende Abschläge verbuchten die Anteile der Bauwerte Geberit und Holcim. Das gleiche galt auch für die Maschinen- und Anlagenbauer Oelikon und Sulzer. Swatch gaben fast zwei Prozent nach.

(reuters/se)