Nach dem Sieg von Silvio Berlusconi bei der Haushaltsabstimmung in Italien hat der Dow Jones Industrial am Dienstag seine Gewinne abgegeben. Der am politischen Abgrund stehende italienische Regierungschef verfügt im Parlament aber nicht mehr über die Mehrheit.

Der Leitindex verlor nach der ersten Handelsstunde 0,17 Prozent auf 12’048 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 12’130 Punkte geklettert war. Der S&P 500 behauptete einen Zuwachs von 0,15 Prozent auf 1263 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Composite-Index um 0,26 Prozent auf 2702 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,36 Prozent auf 2379 Punkte zu.

Ein kritisches Votum Berlusconis über seinen Rechenschaftsbericht 2010 kam am Dienstag in Rom zwar durch, doch stimmten nur 308 der 630 Abgeordneten dafür. 321 stimmten nicht ab. «Das Votum zeigt, dass die Regierung in der Kammer keine Mehrheit hat», sagte Oppositionsführer Pierluigi Bersani von der PD (Demokratische Partei). Die internationalen Geldgeber und die Finanzmärkte schauen zudem weiter gebannt nach Griechenland, wo der Weg für eine Übergangsregierung frei zu sein scheint. Als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Regierungschefs gilt der frühere EZB-Vizepräsident Lucas Papademos. Die Übergangsregierung auf breiter politischer Basis soll neue Sparmassnahmen beschliessen und das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen.

JPMorgan bester Titel

Unternehmensnachrichten gab es nach dem Auslaufen der Berichtssaison weiter kaum. Die Aktien von Banken wie Bank of America und JPMorgan präsentierten sich fester und folgten damit dem europäischen Branchentrend. Papiere von JPMorgan waren mit plus 1,79 Prozent bester Dow-Wert, Bank of America stiegen um 0,78 Prozent. Schwächster Wert im Leitindex waren Walt Walt Disney mit minus 1,39 Prozent. Die Anteilscheine von McDonald's büssten 0,20 Prozent ein, auch wenn der Umsatz in neu eröffneten Filialen im Oktober vor allem dank der guten Geschäfte in Asien um fünfeinhalb Prozent gestiegen war.

Papiere der NYSE Euronext gewannen 2,79 Prozent. Der Derivatehandel in Europa wird informierten Kreisen zufolge an diesem Dienstag erneut ein zentrales Thema des transatlantischen Börsenbetreibers und seines Fusionspartners Deutsche Börse in Brüssel sein. NYSE-Chef Duncan Niederauer wird vor der EU-Kommission sprechen, wie er selbst vor Mitarbeitern angekündigt hatte.

Für die Titel von Kodak ging es um 0,84 Prozent nach oben. Sie knüpften damit an die Erholungsbewegung der vergangenen zwei Tage an. Laut Medienberichten konnte der um sein Überleben kämpfende Fotopionier den Verkauf einer Sparte abschliessen.
(rcv/awp)

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