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Dow Jones mit grösstem Tagesverlust seit Juni

Händler an der New Yorker Börse: Ungläubiges Staunen, aber noch keine Panik. (Bild: Bloomberg)

Positive Daten aus dem US-Arbeitsmarkt haben die Angst vor einem raschen Ende der expansiven Geldpolitik verstärkt. Die Aktienkurse tauchen bei dünnen Umsätzen.

Veröffentlicht am 16.08.2013

Die Unsicherheit über die Zukunft des Fed-Konjunkturprogramms sowie schwache Quartalszahlen haben der Wall Street den grössten Tagesverlust seit knapp zwei Monaten eingebrockt. Eine unerwartet geringe Zahl von US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe werteten Börsianer als Vorzeichen dafür, dass die Notenbank (Fed) ihre Anleihenkäufe eher früher als später zurückfahren könnte. Die Aktienkurse von Wal-Mart und Cisco gingen auf Talfahrt, weil die Konzerne mit ihren Quartalsberichten enttäuschten.

Der Dow-Jones-Index schloss bei dünnen Umsätzen 1,5 Prozent tiefer auf 15'112 Punkten. Es ist der grösste prozentuelle Verlust an einem Tag seit dem 20. Juni. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 15'094 und 15'332 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 1661 Zählern 1,4 Prozent tiefer. Die Technologiebörse Nasdaq stand zuletzt bei 3606 Punkten, ein Rückgang von 1,7 Prozent. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 8376 Punkten in den Feierabend.

Konjunktur rückt wieder in den Fokus

Da die meisten US-Unternehmen inzwischen ihre Quartalszahlen vorgelegt haben, rücken die Kenndaten zur amerikanischen Konjunktur wieder mehr in den Fokus der Händler. Sie erhoffen sich davon insbesondere einen Fingerzeig darauf, wann die Fed damit beginnen wird, ihr Anleihenkauf-Programm zur Konjunktur-Stützung zurückzufahren. «Einige der Zahlen aus den USA sind zwar schlechter als erwartet ausgefallen, aber nicht so schlecht, dass eine Drosselung der US-Wertpapierkäufe auf die lange Bank geschoben wird», sagte ein Börsianer.

Am Donnerstag standen gleich mehrere wichtige Konjunkturzahlen an. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Es waren auch weniger als von Experten erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen dagegen exakt wie vorhergesagt leicht an. Die US-Industrieproduktion blieb im Juli unverändert zum Vormonat, entgegen den Schätzungen der Analysten.

Wal-Mart und Cisco nach Zahlen abgestraft

Bei den Einzelwerten verloren Aktien von Wal-Mart 2,6 Prozent. Der weltgrösste Einzelhändler war im vergangenen Quartal weniger stark gewachsen als erwartet und senkte seine Gesamtjahresprognose.

Deutlich abwärts ging es für die Titel von Cisco. Der Netzwerkausrüster konnte mit seinen Kennzahlen ebenfalls nicht überzeugen und baut 4000 Stellen ab. Die Aktie gab um 7,2 Prozent nach.

Abgestraft wurden auch die Aktien von Onyx Pharmaceuticals. Laut einem Medienbericht verzögert sich wegen eines Streits eine erwartete milliardenschwere Übernahme durch das weltgrößte Biotechunternehmen Amgen. Onyx-Dividendenpapiere brachen mehr sieben Prozent ein.

Gegen die allgemeine Markttendenz rückten die Aktien von Kohl's um gut fünf Prozent vor. Der Einzelhändler überzeugte die Anleger mit seinen Umsatzzahlen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 454 Werte legten zu, 2611 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Milliarden Aktien 478 im Plus, 2068 im Minus und 66 unverändert.

(vst/reuters)

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