Der US-Aktienmarkt hat sich von den Sorgen um die Euro-Zone nicht wesentlich beeinträchtigen lassen. Nach verhaltenem Start schlossen Dow Jones und S&P-500 im weitgehend ereignisarmen Handel in der Gewinnzone.

Am Vortag hatte die Ankündigung von Standard & Poor's (S&P) die Kurse belastet, 15 Eurostaaten auf eine Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit zu prüfen. Die Nachricht, dass auch die Anleihen des Krisenfonds EFSF einer Prüfung unterzogen würden, konnte die Märkte dann am Dienstag nicht mehr nachhaltig beeinflussen.

Weiter stützte die Hoffnung auf ein stärkeres Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrer Zinsentscheidung am Donnerstag die Märkte. Es werde damit gerechnet, dass die EZB die Zinsen weiter senke, hiess es.

Der Dow Jones Industrial legte bis zum Handelsschluss um 0,43 Prozent auf 12'150 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab sich mit weniger Gewinn zufrieden und schloss 0,11 Prozent höher bei 1258 Punkten.

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An der technologielastigen Nasdaq-Börse hingegen standen Verluste zu Buche: Der Composite Index verlor 0,23 Prozent auf 2649 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 gab ebenfalls 0,23 Prozent auf 2321 Punkte ab.

GE ganz vorne

Freundlich zeigten sich bei den Einzelwerten die Titel von 3M, die rund 1,5 Prozent gewannen. Der Mischkonzern rechnet trotz einiger Unsicherheiten im kommenden Jahr mit einem kräftigen Gewinnsprung: Den Gewinn je Aktie (EPS) erwartet der Konzern für 2012 zwischen 6,25 bis 6,50 US-Dollar. Analysten hatten einen Wert am unteren Ende dieser Spanne erwartet.

Aktien von General Electric (GE) waren der Branchenprimus im Dow Jones mit 2,39 Prozent Gewinn. Das Investmenthaus Sanford Bernstein hatte die Papiere des Industriegiganten empfohlen.

Der Pharmakonzern Eli Lilly legte ebenfalls nach einer Analystenempfehlung kräftig zu. Ebenfalls aus dem Hause Sanford Bernstein hatte es geheissen, dass die Aktie des Unternehmens grosses Aufwärtspotenzial habe, falls ein Alzheimermedikament des Konzerns Erfolg habe.

Apple leichter - EU-Kartellverfahren

Der Raffineriebetreiber Tesoro hingegen musste einen Rückschlag bei seinem Aktienkurs hinnehmen. Die Aktien fielen um mehr als 6 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, im kommenden Jahr keine Dividende zahlen zu wollen und auch keine Aktien zurückzukaufen.

Im Technologiesektor gab es ebenfalls Bewegung. Der Computerkonzern Apple muss sich in Europa einem Kartellverfahren der EU-Wettbewerbsbehörde stellen.

Die Behörde prüft den Verdacht, der Konzern aus Kalifornien habe zusammen mit internationalen Grossverlagen ein Kartell für E-Books aufgebaut. Der Kurs der Apple-Aktie gab um 0,5 Prozent nach.

LinkedIn nach Kaufempfehlung höher

Die Titel des Karrierenetzwerks LinkedIn konnten dank eines positiven Analystenkommentars ebenfalls Zuwächse verzeichnen: Die Experten von Morgan Stanley empfohlen die Papiere zum Kauf und die Aktie stieg um 4,5 Prozent. Das dürfte Balsam für die Anleger des Internetunternehmens gewesen sein: Im vergangenen Monat hatte das Papier rund 27 Prozent an Wert eingebüsst.

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Vor dem Hintergrund der drohenden Pleite des Zusammenschlusses von AT&T und der Telekomtochter T-Mobile USA scheint Bewegung in den US-Mobilfunkmarkt zu kommen. Der kleinere Anbieter Metro PCS denkt darüber nach, in stark genutzten Gebieten die Dienste des ebenfalls kleinen Anbieters Clearwire zu nutzen.

Das kam gut an: Für die Aktien der beiden Unternehmen bedeutete das ein Kursfeuerwerk. Über 11 Prozent legten die Papiere von Clearwire zu. Metro PCS stiegen um fast 8 Prozent, auch weil ein Analystenhaus die Titel empfohlen hatte.

(tno/awp/sda)