Der amerikanische Leitindex Dow Jones ist erstmals in seiner rund 120-jährigen Geschichte über die Marke von 20’000 Punkten gesprungen. Wenige Tage nach Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump stieg der Standardwerteindex am Mittwoch um 0,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 20'057,89 Punkten. «Die Trump-Rally ist wieder da», sagte ein Börsianer.

Spekulationen auf grosse Konjunkturpakete mit massiven Steuersenkungen in den USA versetzten Anleger rund um den Globus in Kauflaune. Der Dax stieg um 1,9 Prozent auf 11'819 Punkte und notierte damit so hoch wie zuletzt im Mai 2015. Von seinem im April 2015 aufgestellten Rekordhoch ist er damit nur noch rund fünf Prozent entfernt. Der EuroStoxx50 legte um 1,6 Prozent auf 3332 Zähler zu. Auch die Schweizer Börse hat von dem US-Rekord profitiert. Zusätzlich befeuerten Kursgewinne bei Novartis und der UBS den Auftrieb. Der SMI stieg um 1,4 Prozent auf 8360 Punkte und damit so stark an einem Tag wie seit Mitte Dezember nicht mehr.

Ermutigender Rekordschub

«Es sieht danach aus, dass Präsident Trump recht begierig ist, seine Wahlkampf-Versprechen zur US-Wirtschaft mittels Erlassen umzusetzen», sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Der Republikaner hatte unter anderem milliardenschwere Konjunkturprogramme und eine Deregulierung der Banken angekündigt. Trump selbst kommentierte den Dow-Rekord via Twitter mit «Grossartig!»

Die Aussicht hierauf hat Dow und Dax seit der US-Wahl Anfang November ein Kursplus von rund 10 Prozent beschert. Aufkommende Zweifel an einem US-Wirtschaftsboom hatten der Rally in den vergangenen Wochen allerdings den Schwung genommen.

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Börsianer sehen momentan kein Ende des Börsen-Höhenfluges. Es sei ermutigend, dass der US-Index die Hürde gleich zur Eröffnung genommen habe und nicht gleich wieder darunter gefallen sei. Allerdings habe sich die Partystimmung auf dem Börsenparkett schnell wieder gelegt, fasste Ken Polcari vom Broker O'Neil Securities zusammen. «Das Parkett war voll, alle waren aufgeregt.» Kurz darauf sei der Betrieb wieder ganz normal abgelaufen. «Die Leute machen keine grosse Sache mehr daraus. Es sieht aus wie ein guter Tag, aber nicht wie ein verrückter Rally-Tag.» Ob der Index bei 20'000 oder 21'000 stehe, sei an sich nicht so wichtig, pflichtete ihm Stratege Michael Purves von Weeden & Co bei. «Die Hauptsache ist, dass es weiter nach oben geht.»

Grosse Hoffnung auf Bauprogramme in den USA

Einen kräftigen Schub für den Dow Jones lieferte Boeing. Der Flugzeugbauer verdiente spürbar mehr und will im laufenden Jahr mehr Verkehrsflugzeuge ausliefern als 2016. Die Papiere legten um mehr als drei Prozent zu. Die Aktien des Aluminium-Herstellers Alcoa gewannen 1,8 Prozent. Der Konzern profitiert von steigenden Aluminiumpreisen und erwirtschaftete nach der Aufspaltung einen höheren Umsatz als erwartet.

Die Anleger setzten vor allem auf grosse Bauprogramme in den USA, von denen auch deutsche Unternehmen wie HeidelbergCement profitieren würden, sagte ein Händler. Daher zählten die Papiere des Baustoffkonzern mit einem Plus von 4,2 Prozent zu den grössten Dax-Gewinnern. Der Index für den europäischen Bausektor notierte auf einem Neuneinhalb-Jahreshoch. Ein Börsianer sagte: «Die Konjunktur läuft und somit auch der zyklische Bausektor.»

(reuters/me)

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