Dramatischer Einbruch an der Börse in Tokio: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte am Donnerstag um mehr als 1000 Punkte in den Keller. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen massiven Abschlag von 1143,28 Punkten oder 7,32 Prozent beim Stand von 14'483,98 Punkten.

Der breit gefasste Topix stürzte um 87,69 Punkte oder 6,87 Prozent auf 1188,34 Punkte ab. Zuvor war der chinesische Einkaufsmanager-Index der britischen Bank HSBC Holdings unerwartet stark abgesackt.

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Die dadurch ausgelösten Kursverluste an asiatischen Märkten rissen auch die Leitbörse in Tokio herab. Hinzu kommt die jüngste Volatilität am Anleihe-Markt.

Restliche Märkte moderater

Auch an den übrigen asiatischen Märkten ging es bergab, wenngleich die Rückgänge deutlich moderater ausfielen. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans lag 2,6 Prozent im Minus. Die Börse in Shanghai notierte 1,2 Prozent tiefer, der Markt in Hongkong 2,6 Prozent. In Seoul schloss der Leitindex 1,2 Prozent im Minus.

Die Börse in Sydney verlor zwei Prozent. Trotz des Kurseinbruchs in Tokio hat der Nikkei in diesem Monat immer noch zugelegt. Damit verbucht der Leitindex den zehnten Monat in Folge Gewinne. Das ist die längste Gewinnstrecke seit 1972.

Sorgen um die zweitgrösste Volkswirtschaft

Die Daten aus China verstärkten aber die Sorgen, dass die Erholung der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt ins Stottern gerät. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Grossbank HSBC für die chinesische Industrie fiel auf 49,6 Punkte und damit unter die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. China ist für Japan einer der wichtigsten Exportmärkte.

Abgeben mussten daher vor allem Exportwerte, die in den vergangenen Wochen besonders von der Yen-Schwäche profitiert hatten. So gaben die Aktien des Elektronikriesen Sony 5,7 Prozent nach. Die Titel des Rivalen Panasonic verloren 6,8 Prozent. Der Autobauer Suzuki büßte 8,7 Prozent ein. Auch Finanzwerte wurden gebeutelt. Die Aktien der Großbank Mitsubishi UFJ rutschen um 9,3 Prozent ab.

(vst/jev/sda/reuters)