Nicht die wachsende Sorge vor einem Grexit, sondern Bewegungen an den Obligationenmärkten hätten die letzte Woche geprägt, sagt Philipp Grüebler, Chef der gleichnamigen Zürcher Vermögensverwaltung. Sowohl in den USA, als auch in Deutschland korrigierten die Kurse der Staatsanleihen markant, ausgelöst durch ein höheres Wachstum in Europa und einen steigenden Ölpreis. «Da höhere Zinsen die relative Attraktivität von Aktienanlagen reduzieren, gaben in der Folge die Aktienmärkte nach.»

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Auch in der neuen Woche werde die kurzfristige Zinsentwicklung für die Aktienbörse wieder bestimmend sein, glaubt der Portfolio-Manager. «Wahrscheinlich war ein mässiger Anstieg der rekordtiefen Zinsen in Europa überfällig.» Dabei sei zu erwarten, dass die technische Korrektur an den Zinsmärkten diese Woche ende und sich die Schweizer Börse erhole. «Sollten die Anleihenrenditen und der Dollar jedoch weiter sinken, bleiben die Aktien unter Druck»

Syngenta bleibt spannend

Im Fokus steht für Anlageprofi Grüebler diese Woche der weitere Verlauf des Übernahmeangebotes von Syngenta. Das Angebot von Monsanto lag mit 449 Franken 36 Prozent über dem Kurs vor dem Angebot. Nach der Ablehnung bestehe nun die Möglichkeit, dass Monsanto das Angebot erhöhe. Doch es könnte auch anders kommen: «Denkbar ist auch, dass die bestehenden Aktionäre Druck auf Syngenta ausüben, dieses attraktive Angebot anzunehmen.»

«Die Chancen stehen gut, dass sich der Kurs in den kommenden Wochen auf 449 Franken erhöht», glaubt Grüebler. Weniger optimistisch ist dagegen die mittelfristige Aussicht für die gesamte Schweizer Börse. «Aufgrund der stattlichen Bewertungen sehe ich kein grosses Aufwärtspotential», sagt Grüebler. Trotzdem dürften die Kurse in den nächsten 12 Monaten leicht höher notieren.