Der Sieg des bisherigen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei der Präsidentenwahl in der Türkei hat der Istanbuler Börse am Montag Auftrieb gegeben. Der Leitindex stieg im frühen Handel um bis zu 1,6 Prozent. Die türkische Währung kletterte zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Ein Dollar verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 2,1165 Lira.

Die gestiegene Nachfrage nach den Anleihen des Landes drückte die Rendite der richtungsweisenden zweijährigen Titel auf 9,03 Prozent von 9,21 Prozent am Freitag.

Fokus auf die Regierungs-Zusammensetzung

Die Anleger würden ihre Aufmerksamkeit aber bald auf die Zusammensetzung der neuen Regierung richten, betonte Anlagestratege Phoenix Kalen von Societe Generale (SocGen). Das geplante Ausscheiden des Vize-Ministerpräsidenten Ali Babacan, der bei Anlegern hoch angesehen sei und für eine vernünftige Wirtschaftspolitik stehe, könne Zweifel am künftigen Kurs des Landes schüren.

Ökonom William Jackson von Capital Economics kritisierte Erdogans Plan, die bislang weitgehend auf Repräsentation beschränkten Befugnisse des Präsidentenamts auszuweiten. «Sollte dies passieren, könnte sein Wahlsieg zu einem aggressiveren und unvorhersehbareren politischen Umfeld führen.» Dies könnte Anleger von Investitionen in der Türkei abschrecken, sagte Jackson.

Anzeige

(reuters/vst)