Kurz nach Handelseröffnung erreichte der SMI den tiefsten Stand seit April 2009. Danach ging es allerdings wieder ein Stück aufwärts: Gegen 11.20 Uhr lag der SMI noch um 2,4 Prozent im Minus bei 5159,47 Punkten. Mit den grössten Abgaben zeigten sich zur Handelseröffnung konjunktursensitive Aktien wie Swatch (-4,5 Prozent) oder Richemont (-3,4 Prozent), die überdurchschnittlich unter den Rezessionsängsten leiden.

Schwach zeigen sich im frühen Handel auch Bankentitel. Die Papiere würden unter der Furcht vor der europäischen Schuldenkrise besonders leiden, heisst es von Beobachtern. Julius Bär gaben 2,2 Prozent nach, CS 2,0 Prozent und UBS 1,0 Prozent.

Auch europaweit ging es mit ähnlicher Geschwindigkeit abwärts. Händler sprachen von Panikverkäufen. Der europäische Stoxx50 sackte den zehnten Tag in Folge ab und verzeichnete damit einen Serienrekord. Der Index notiert inzwischen so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Euro auf Tauchgang

Der Euro tauchte in der Nacht auf ein neues Allzeittief von 1.0708 Fr. ab. Danach erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder auf 1.0877 Franken. Der Dollar notierte unter 0.77 Franken.

«Die Ängste vor einer Rezession in den USA und wegen der Schuldenkrise in Europa sorgen weltweit weiter für Turbulenzen an den Finanzmärkten», sagte ein Händler.

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Auch die kritischen Äusserungen von EU-Kommissionspräsident Barroso und EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Donnerstag heizten die Angst vor der europäischen Schuldenkrise weiter an. Umstritten ist dabei auch der neuerliche Aufkauf von Staatsanleihen kriselnder südeuropäischer Länder.

«In Europa stehen vor allem Italien und Spanien im Fokus. Angesichts der geringen Wachstumsraten wird wohl der Schuldenberg dort weiter steigen, und es scheint schwer kalkulierbar, wann sie wieder auf einen grünen Zweig kommen», erklärte Jörg Rahn, Aktienstratege bei Marcard, Stein & Co.

Enttäuschung aus USA erwartet

Auch hinsichtlich des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag rechnen mittlerweile zahlreiche Analysten mit einer weiteren Enttäuschung.

Die Lage am US-Aktienmarkt hatte sich am Donnerstag dramatisch verschärft: Der Dow Jones Industrial stürzte um mehr als 500 Punkte ab und fiel erstmals seit Dezember 2010 wieder unter die Marke von 11'400 Punkten.

Damit unterbot er deutlich sein bisheriges Jahrestief, dass er im März während der Reaktorkatastrophe in Fukushima erreicht hatte. Laut Händlern führten die Sorgen um das US-Wirtschaftswachstum global zu einer beschleunigten Flucht aus Aktienwerten.

Diesen Vorgaben konnten sich die Börsen in Asien nicht entziehen. In Tokio brach der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 3,72 Prozent auf 9299,88 Punkte ein und ging damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte März aus dem Handel.

(cms/sda)