Die ersten Marktreaktionen auf den EU-Gipfel sind am Freitag in Fernost negativ ausgefallen. Enttäuscht von den Ergebnissen der stundenlangen Verhandlungen in Brüssel schickten die Anleger die Börsenbarometer der Region auf Talfahrt.

Marktteilnehmer sprachen aber auch von überzogenen Erwartungen an die Politik. Die EU hatte in der Nacht eine Fiskalunion der Euro-Zone vorangebracht, den dauerhaften Rettungsschirm ESM zur Enttäuschung der Märkte aber nicht mit einer Banklizenz ausgestattet. Auch die Weigerung der EZB, zur Linderung der Schuldenkrise massiv Staatsanleihen zu kaufen, sorgte in Asien für Verdruss.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,5 Prozent im Minus bei 8536 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,9 Prozent auf 738 Punkte. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Korea und Shanghai mussten Federn lassen.

Hongkong mit grössten Verlusten

Besonders steil bergab ging es in Hongkong mit einem Minus von 2,5 Prozent. Am Vorabend hatte schon die Wall Street mit kräftigen Abschlägen auf die Entwicklung in Europa reagiert.

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Bei den Einzeltiteln standen an den japanischen Börsen die Aktien des Autoherstellers Toyota im Mittelpunkt. Toyota rechnet in diesem Geschäftsjahr mit einem deutlich geringeren Betriebsgewinn als bisher.

Zur Begründung führte Toyota Produktionsausfälle nach den Überschwemmungen in Thailand an. Doch die Märkte liessen sich kaum von dieser Entschuldigung trösten: Toyota-Papiere gaben 0,4 Prozent nach. In Südkorea konnte der Handy-Riese Samsung nicht von seinem Etappensieg gegen den US-Rivalen Apple profitieren.

(rcv/sda)