Die Ausschläge des Schweizer Gesamtmarktes hielten sich zum Wochenschluss in engen Grenzen. Nach der ersten Erleichterung über die am EU-Gipfel von Donnerstag früh beschlossenen politischen Massnahmen zur Lösung der Schuldenkrise habe sich das Geschehen vorerst etwas beruhigt, hiess es in Handelskreisen. Inwieweit sich die Märkte von diesem Massnahmenpaket nachhaltig beruhigen liessen, müsse sich kommende Woche erst noch weisen.

Nach verhaltenem Start erreichte der SMI noch am Vormittag sein Tageshoch, ehe es am Nachmittag in einem mehr oder weniger ereignislosen Geschäft wieder etwas nach unten ging. Zum Schluss kam aus den USA noch etwas Auftrieb, da dort der Michigan-Index für das Konsumentenvertrauen besser ausfiel als erwartet.

Der SMI schloss 0,51 Prozent höher bei 5853 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,7 Prozent. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,31 Prozent auf 900 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39 Prozent auf 5317 Punkte.

Lonza (-0,2 Prozent) gaben im Anschluss an die Publikation des Trading Update zum dritten Quartal leicht nach. Das Management des Life-Science-Konzerns bezeichnete die Nachfrage als "zufriedenstellend" und rechnet für 2011 weiterhin mit einem Umsatz- und EBIT-Wachstum zu konstanten Wechselkursen. Im dritten Quartal des laufenden Jahres habe Lonza solide Ergebnisse erzielt. Sorgen bereiten dem Konzern allerdings noch immer die negativen Währungseffekte und hohe Rohmaterialpreise.

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Nobel Biocare klar im Plus

Die grössten Avancen verzeichneten zum Schluss Nobel Biocare, Swatch (je +2,5 Prozent) und Adecco (+2,6 Prozent), ohne dass es dazu fundamentale Nachrichten gegeben hätte. Mit geringem Abstand folgten Richemont (+1,7 Prozent), Transocean (+2,0 Prozent) oder Actelion (+1,9 Prozent).

Sonova (+1,1 Prozent) erhielten von einer markanten Kurszielerhöhung durch die Commerzbank etwas Unterstützung, wenngleich das Institut die Einstufung "Reduce" beibehalten hat. Die in der vergangenen Woche angekündigten vorläufigen Umsatzzahlen für das erste Halbjahr 2011/12 seien eine positive Überraschung gewesen, hiess es dazu bei der Commerzbank.

Für das Plus im Gesamtmarkt waren vor allem Roche (+1,1 Prozent) und Nestlé (+0,7 Prozent) sowie in vermindertem Masse Novartis (+0,5 Prozent) verantwortlich. Diese kompensierten die schwache Vorstellung der meisten Finanzwerte.

So gaben Julius Bär (-2,6 Prozent), Bâloise (-2,5 Prozent), Swiss Life (-1,4 Prozent) oder CS (-1,3 Prozent) klar nach. Am Donnerstag hatten die Finanzwerte allerdings allesamt markant zugelegt, so dass die heutigen Verluste auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt werden können.

Grösste Verluste bei Logitech

Die grössten Verluste erlitten Logitech (-3,4 Prozent). Allerdings hatte das Papier am Donnerstag nach den Halbjahreszahlen über 16 Prozent zugelegt, womit sich die nun erlittenen Verluste ebenfalls unter Gewinnmitnahmen verbuchen liessen. In Marktkreisen zeigte man sich überdies von den markanten Kursavancen des Vortages teilweise überrascht und es wurden Fragezeichen gesetzt, vor allem bezüglich der mittel- und langfristigen Aussichten des Konzerns.

Im breiten Markt fielen Newron mit einem Minus von 14,6 Prozent auf, nachdem die Fusionsverhandlungen mit der finnischen Biotie gescheitert sind.

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Auf der Gegenseite zogen unter anderen Rieter (+6,0 Prozent) deutlich an, nachdem der Broker Helvea das Rating für den Textilkonzern auf "Buy" von zuvor "Neutral" angehoben hatte. Der weltweite Garn-Markt durchschreite gerade die letzten Phasen des Rekalibrierungsprozesses. Eine Stabilisierung der Garn-Preise deute auf eine bereinigte Lagersituation hin und bilde die Basis für einen Aufschwung der Investitionen, hiess es zur Begründung.

(laf/sda/awp)