Neuerliche Sorgen um Europa haben am Montag Gewinnmitnahmen an den US-Börsen ausgelöst. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,93 Prozent auf 13.880,08 Punkte und fiel wieder unter 14.000 Zähler.

Am Freitag hatte er seit Oktober 2007 erstmals wieder über dieser Marke geschlossen. Auch der S&P-500-Index hatte den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren erreicht. Nun musste das marktbreite Aktienbarometer mit minus 1,15 Prozent auf 1.495,71 Punkte den grössten Tagesverlust seit Mitte November hinnehmen. Auch an der Nasdaq Börse überwogen die Minuszeichen: der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 1,75 Prozent auf 2.715,68 Punkte, der Composite-Index verlor 1,51 Prozent auf 3.131,17 Punkte.

Mit Sorge schauten die Investoren auf eine wieder verstärkte politische Unsicherheit in Europa und das löse nach dem jüngsten Anstieg der Aktienmärkte Gewinnmitnahmen aus, sagten Börsianer. In Spanien brächten die kursierenden Korruptionsvorwürfe die Regierung unter Druck und auch in Italien nehme die Unsicherheit vor den anstehenden Wahlen zu. Umfragen zeigen steigende Werte der Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Anzeige

«Der überkaufte Aktienmarkt ist ohnehin anfällig für Rückschläge», sagte ein Börsianer, der die Risikofreude der Investoren wieder spürbar sinken sah. Die zuvor sehr niedrige Volatilität als Risikobarometer ist gemessen am VIX-Index deutlich auf den höchsten Stand seit einem Monat gestiegen. Das negative Bild sei zudem von der Konjunkturseite verstärkt worden: Die Industrieaufträge in den USA hatten im Dezember weniger stark zugelegt als erwartet.

Der Euro stand wegen der Sorgen um Europa deutlich unter Druck und rutschte Richtung 1,35 Dollar ab. Zuletzt wurden 1,3517 Dollar je Euro bezahlt. Am Rentenmarkt kletterte die richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihe um 16/32 auf 97 1/32 Punkte nach oben. Sie rentierte mit 1,96 Prozent.

(vst/awp)