Es geht bergauf am Schweizer Aktienmarkt und bergab für den Franken. Ein Euro kostete zeitweise wieder über 1,145 Franken. Er legte damit seit der Nacht um 3 Rappen zu. Gegen Mittag pendelte sich die europäische Einheitswährung bei 1,135 Franken ein. Der Dollar kratzte an der Marke von 80 Rappen, stand dann am Mittag leicht darunter bei 79,3 Rappen.

Nachdem der Euro zum Franken am vergangenen Dienstag mit 1,007 Franken fast die Parität erreicht hatte, zeitigen die daraufhin verschärften Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Erfolg. Zudem profitierte der Euro laut Händlern von den Diskussionen um die Einführung von Eurobonds, als Staatsanleihen welche die Eurostaaten gemeinsam ausgeben.

Erstmals wieder Devisenswap-Geschäfte

Die SNB hatte angekündigt, zur Ausweitung des Frankenangebotes und damit zur Schwächung der überbewerteten Schweizer Währung die Giroguthaben der inländischen Banken bei der Nationalbank von 30 auf 120 Milliarden Franken erhöhen zu wollen.

Wie die SNB am Montag bekannt gab, betrugen die Giroguthaben vergangene Woche im Schnitt gut 61,1 Milliarden Franken. Zudem will die SNB den Leitzins möglichst nahe Null führen. Am Freitag stand der massgebliche Dreimonats-Libor bei rund 0,05 Prozent.

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Um den Anstieg der Frankenliquidität zu beschleunigen, schliesst die SNB erstmals seit Herbst 2008 auch wieder Devisenswap-Geschäfte ab. Mit ihren Schritten erhöht die SNB allerdings auch die Gefahr einer steigenden Inflation.

Erholung vom Kurssturz

Dennoch reagiert die Börse weiterhin erleichtert darauf, dass sich die insbesondere für Exporteure und Tourismus bedrohliche Währungssituation entspannt. So notierte etwa der stark exportabhängige Uhrenkonzern Swatch deutlich fester, die Inhaberaktie gewann bis Mittag 2,5 Prozent.

Der SMI, der Index der Schweizer Börsenschwergewichte, notierte gegen 12 Uhr 1,4 Prozent fester auf 5326 Punkten. Der breite SPI gewann 1,8 Prozent auf 4873 Zähler.

Am vergangenen Mittwoch war der SMI bis auf 4695 Zähler gefallen, nachdem Anleger weltweit panikartig Titel abstiessen. Auslöser waren die verschärfte Schuldenkrise der Eurostaaten sowie der USA, welche ihr Topkreditrating verlor.

Stabilisierung in Europa

Auch die Börsen in Frankfurt, London und Paris gewannen am Montagmorgen hinzu. Nach zuletzt drei verlustbringenden Wochen knüpfte auch der EuroStoxx 50 an seine Kursgewinne der beiden vergangenen Handelstage an, und legte gegen Mittag 0,44 Prozent auf 2317,51 Punkte zu. Zwischenzeitlich war er jedoch schon etwas deutlicher gestiegen und hatte sein Tageshoch bei 2338 Punkten markiert.

Aber die Sorgen, die zu dem Ausverkauf geführt hätten, seien nicht verschwunden, warnten Analysten. Jede neue Entwicklung hinsichtlich der finanziellen Stabilität der europäischen Staaten oder der USA könne schnell wieder zu neuen Unsicherheiten führen.

Entsprechend gering waren die Umsätze. Zwar zogen - nicht zuletzt auch dank der Leerverkaufsverbote in einigen europäischen Ländern - die Bankenwerte meist wieder an. Doch sahen Händler darin vor allem eine technisch bedingte Erholung.

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(tno/cms/sda/awp)