Die Evolva hat eine US-Regierungsstelle für die Finanzierung der präklinischen Forschung und Entwicklung an einem Antibiotika gewonnen. Insgesamt winken dem Unternehmen damit bis zu rund 15 Millionen Dollar. An der Börse zeigen sich die Anleger erfreut und engagieren sich stark in den Evolva-Aktien.

Mit der US Defense Threat Reduction Agency (DTRA) sei ein Vertrag abgeschlossen worden, in dessen Rahmen die Regierungsstelle das Programm GC-072 für das erste oral einzunehmende Antibiotika zur Behandlung von akuter Melioidose finanziere, teilt das Reinacher Unternehmen am Donnerstag mit.

Die DTRA stelle dazu 6,5 Millionen Dollar über einen ersten Zeitraum von 15 Monaten zur Verfügung, heisst es weiter. Zudem soll über zwei Jahre hinweg in zwei Schritten gegebenenfalls eine weitere Finanzierung im Umfang von 8,6 Millionen erfolgen, so die Mitteilung.

Bisherige Strategie wird fortgeführt

Evolva werde weiterhin Möglichkeiten ausloten, um die Pharma-Produktpipeline zu verpartnern. Dies im Einklang mit der laufenden Strategie, sich auf hochwertige Zusatzstoffe in den Bereichen Gesundheit, Wellness und Ernährung zu konzentrieren, so die Mitteilung weiter.

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An der Börse ist die Evolva-Aktie stark nachgefragt. Der Titel notiert um 10:45 Uhr um 7,6 Prozent höher auf 1.28 Franken, jedoch wieder unter dem bisherigen Tageshoch bei 1.30 Franken. Dabei wurden bereits rund 1,38 Mio Evolva-Aktien gehandelt, verglichen mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 1,5 Millionen Titel.

Gefährlich, aber nicht ansteckend

Melioidose wird auch als Pseudo-Rotz oder Whitmore's Disease bezeichnet und ist eine Infektionskrankheit. Die Erkrankung wird unter anderem durch Gram-negative Bazillen hervorgerufen, die in den infizierten Regionen im Boden und Wasser vorkommen. Die Erkrankung ist gemäss wissenschaftlichen Publikationen schwierig zu diagnostizieren, aber nicht ansteckend.

Melioidose kann zu Blutvergiftung, Lungenentzündung und Abszessen in Organen führen und chronisch werden. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen, wobei gemäss dem Tropenkrankheits-Spezialisten Direk Limmathurotsakul von der Mahidol University in Kambodscha 60 Prozent der Krankheitsfälle tödlich verlaufen, in Thailand 40 Prozent und in Nordaustralien 14 Prozent. Jährlich versterben gemäss den Zahlen des Experten aus einer Präsentation am 2. GRF One Health Summit im Jahr 2013 in Davos weltweit 250'000 Menschen an Melioidose.

(awp/vst/ama)