Zum Pessimismus an den asiatischen Börsen trugen weitere Anzeichen für eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft bei. Wegen rückläufiger Aufträge kletterte der Einkaufsmanagerindex PMI der britischen Grossbank HSBC für Chinas Industrie im Dezember nur auf 49 Zähler nach 47,7 im November. Erst ein Wert über der Marke von 50 Punkten signalisiert Wachstum.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,7 Prozent auf 8377 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,6 Prozent auf 725 Punkte nach. Abschläge verzeichneten auch die Börsen in Südkorea, Singapur, Hongkong, Shanghai und Taiwan.

Hauptgrund für die trübe Stimmung seien nach wie vor Sorgen, dass es kein rasches Handeln bei der Bekämpfung der Schuldenkrise gebe, sagten Händler. «Da der Optimismus nach dem EU-Gipfel rasch verflogen ist, wächst die negative Stimmung über die Lage in Europa», sagte Toshiyuki Kanayama, Analyst bei Monex Inc.

Rekordzinsen in Italien

Händler verwiesen insbesondere auf die jüngste Auktion italienischer Staatsanleihen, bei der die Regierung in Rom trotz der neuen EU-Sparbeschlüsse Zinsen in Rekordhöhe zahlen musste. Zudem stufte die Ratingagentur Fitch fünf europäische Banken herunter und bewertet unter anderem die Bonität der französischen Grossbank Credit Agricole schlechter.

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Bei den Einzelwerten stach in Tokio die Aktie des angeschlagenen Kameraherstellers Olympus hervor. Die Papiere stürzten 20,8 Prozent ab. Das Unternehmen hatte bei der Vorlage korrigierter Bilanzen ein Milliardenloch aufgedeckt.

Schifffahrtskonzerne standen ebenfalls auf dem Verkaufszettel. Anleger befürchteten, ein Abschwung der Weltwirtschaft könnte deren Geschäfte beeinträchtigen. Die Aktien von Nippon Yusen verloren 4,6 Prozent, die Titel von Kawasaki Kisen 4,8 und die Papiere von Mitsui OSK Lines 5,5 Prozent.