Der unsicheren weltweiten Konjunktur zum Trotz  - im zweiten Quartal des Jahres hat der Markt für Börsengänge im  Vergleich zum Vorquartal deutlich zugelegt, wie das IPO-Barometer des Beratungsunternehmens Ernst & Young zeigt.  Weltweit zogen 378 Unternehmen aufs Parkett, nach 294 in den drei Monaten zuvor. Das Emissionsvolumen stieg um 38 Prozent von 46,9 auf 64,6 Milliarden Dollar.

Im ersten Halbjahr macht das zusammen 672 Börsengänge mit Erlösen von zusammen 111 Milliarden Dollar, das sind jeweils elf Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2010.  Der grösste Börsengang des Halbjahres war die Erstnotiz des Schweizer Rohstoffhändlers Glencore, die 10 Milliarden US-Dollar einbrachte.

In der Schweiz fanden im zweiten Quartal zwei Börsengänge an der SIX Swiss Exchange statt: Hochdorf Holding AG und Autoneum Holding AG.

Schattenseite

Doch auch wenn die Zahlen so positiv auffallen, gibt es auch eine Schattenseite: Insgesamt sagten im zweiten Quartal 98 Firmen ihre Börsengänge ab oder verschoben sie– der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Damals waren im vierten Quartal 127 Börsengänge abgesagt worden.

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Der Grund: Die Stimmung an den Märkten ist derzeit von Unsicherheit geprägt ist, so Louis Siegrist, Leiter Transaction Advisory Services bei Ernst & Young Schweiz: «Zahlreiche Unternehmen sagten zuletzt ihre Börsen-gänge ab und begründeten dies mit den starken Marktschwankungen, der hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise oder den Konjunkturprobleme in den USA».

(laf/rcv)