Spanien und Frankreich haben vom Downgrading der Ratingagenturen offenbar keinen Schaden davongetragen. Beide verschuldeten Staaten sammelten Milliarden am Kapitalmarkt und mussten dafür den Investoren nicht mehr so hohe Zinsen wie zuletzt bieten.

Frankreich platzierte Papiere im Volumen von knapp 8 Milliarden Euro bei einer mehr als doppelt so hohen Nachfrage. Spanien seinerseit begab Anleihen über rund 6,6 Milliarden Euro, obwohl nur bis zu 4,5 Milliarden Euro geplant waren.

Anleihen sind gefragt

Bei der ersten Auktion von zehnjährigen Papieren nach der Herabstufung durch Standard & Poors bot Spanien den Anlegern eine Rendite von 5,403 Prozent und damit weniger als zuletzt. Zum Vergleich: Ende 2011 konnte das hoch verschuldete Land Investoren nur mit Zinsen von fast sieben Prozent locken. Ein solch hohes Niveau gilt für die Refinanzierung von Staaten mittelfristig als untragbar.

Spanien platzierte am Donnerstag auch Anleihen mit Laufzeiten bis 2016 und 2019. Bereits Anfang der Woche hatte Spanien bei der Auktion von Schuldscheinen mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten von sinkenden Renditen profitiert.

Tiefere Renditen für Frankreich trotz «AAA»-Verlust

Frankreich, das bei S&P sein Top-Rating «AAA» verlor, stiesst am Kapitalmarkt auf grosse Nachfrage. Die Papiere mit Laufzeit von 2014 bis 2016 waren zwei- bis dreifach überzeichnet. Die durchschnittliche Rendite für die Vier-Jahres-Papiere lagen bei 1,89 Prozent und damit rund einen Prozentpunkt unter dem Niveau von November.

«Französische Auktionen enttäuschen nie», sagte Achilleas Georgolopoulos von der Lloyds Bank. «Vor allem nicht in diesen Zeiten, wo es überschüssige Liquidität gibt. Es wäre sehr überraschend, wenn französische Emissionen nicht deutlich überzeichnet wären.»

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Zudem platzierte Frankreich rund 1,5 Milliarden Euro über Anleihen, die an die Inflation gekoppelt sind. Auch bei diesen Papieren gab es starke Nachfrage seitens der Anleger.

(muv/sda)