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Rendite
Gefeierter Harvard-Fonds läuft Konkurrenz hinterher

Campus von Harvard: Die Rendite des Stiftungsfonds war schwächer als der S&P 500.

Über Jahrzehnte gehörten die Fondsmanager der Elite-Uni Harvard zu den besten Investmentexperten um den Globus. Das ist vorbei. Spitze sind nur noch die Gehälter, die sich binnen Jahren verdoppelten.

Veröffentlicht am 24.09.2014

Über Jahrzehnte war Harvards Stifungsfonds mit seinen ausgefallenen Anlagestrategien ein Star am Finanzmarkt, jetzt läuft er der Entwicklung hinterher. Die US-Eliteuni zahlt den Managern hohe Gehälter für unterdurchschnittliche Renditen.

Der über 36 Milliarden Dollar schwere Harvard Endowment Fund hat im Geschäftsjahr 2014 bis Ende Juni 15,4 Prozent Ertrag abgeworfen, wie die Universität mit dem weltweit grössten Stiftungsvermögen in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Das ist bestenfalls Mittelmass - der US-Aktienindex S&P 500 brachte im gleichen Zeitraum eine Rendite von etwa 25 Prozent ein.

Gehälter trotz schwacher Performance seit 2010 verdoppelt

Zwar profitierte Harvard auch vom Aktienboom, allerdings setzt der Fonds traditionell stark auf sogenannte alternative Investments wie Hedgefonds-Anteile, Private Equity, Rohstoffe oder Landbesitz. Damit war man lange Zeit erfolgreich - viele Investmentfirmen versuchten, die Strategie zu kopieren. Über die letzten 40 Jahre hat der Fonds eine relativ stabile Rendite von 12,3 Prozent erwirtschaftet. In der Krise 2009 gab es allerdings massive Verluste.

Spitzenmässig war seitdem offenbar nur noch die Bezahlung der Stiftungs-Manager – eine Gruppe von Harvard-Absolventen hat sich deshalb erst kürzlich beschwert.

Laut Daten des Finanzdienstes Bloomberg zahlte die Uni im Geschäftsjahr 2013 Gehälter, Boni und Sonderleistungen über 132,8 Millionen Dollar - das entspreche trotz eher durchwachsener Performance einer Verdopplung seit 2010. Ausserdem soll die Zahl der zur Vermögensverwaltung angestellten Anlagespezialisten seit 2009 deutlich gestiegen sein. Jane Mendillo, die das Fondsmanagement verantwortet, wird ihren Posten zum Jahresende abgeben.

MIT hängt Harvard ab

Auch den Stiftungsfonds anderer grosser US-Universitäten hing Harvard im letzten Geschäftsjahr hinterher.

So hat beispielsweise der Fonds des renommierten Massachusetts Institute of Technology 19,2 Prozent Rendite erzielt. Die Universität von Pennsylvania schaffte ein Plus von 17,5 Prozent. Andere grosse Akteure wie die ebenfalls für ihre besondere Anlagestrategie bekannte Yale-Universität oder Columbia und Princeton haben ihre Zahlen noch nicht vorgelegt.

(awp/moh/dbe)

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