Die Deutsche Bank will vom aktuellen Goldrausch nicht nur als Anbieter von Finanzprodukten, sondern auch als Vermieter hochgesicherter Lagerstätten profitieren. Ein Sprecher bestätigte, dass das Geldhaus in Grossbritannien einen Tresor für Gold bauen will. Deutschlands Branchenprimus will dort eigene Bestände des begehrten Edelmetalls unterbringen und Kunden ab 2013 Lagerraum anbieten. Der Sprecher wollte sich nicht dazu äussern, wo genau der Goldtresor entstehen soll. In Finanzkreisen wurde London genannt - die britische Hauptstadt ist Zentrum des weltweiten Goldhandels.

Hintergrund des Vorgehens ist die grosse Nachfrage nach dem Edelmetall und Finanzprodukten, die mit Gold besichert sind. Kunden wollten ihre materiellen Besitztümer an verschiedenen Orten lagern, sagte der Chef des weltweiten Metallhandels der Deutschen Bank, Raymond Key, der «Financial Times». Dem Bericht zufolge betreiben bereits andere Grossbanken und Logistikunternehmen in London Gold-Lager. Im vergangenen Jahr seien die Gebühren wegen der grossen Nachfrage und zunehmenden Platzmangels teilweise verdoppelt worden, berichtet das Wirtschaftsblatt unter Berufung auf Kunden.

Die Nachfrage nach Gold ist im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise deutlich gestiegen. Investoren flüchten in das als Krisenwährung geltende Edelmetall. Anfang September hatte der Goldpreis seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht - bei 1920 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm). Derzeit kostet Gold etwa 1660 Dollar je Unze. Experten schliessen aber einen erneuten Preisanstieg nicht aus.

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(muv/vst/awp)