Welche Auswirkungen hat die Abstimmung der Griechen auf die internationalen Finanzmärkte? Der Schweizer Leitindex SMI verlor am Montag im frühen Handel rund 0,7 Prozent (Stand 10:45). Die Möglichkeit eines «Neins» zum Sparprogramm sei von den Börsen in der vergangenen Woche bereits weitgehend eingepreist worden, erklärt Christof Strässle, Gründer und Managing Partner der unabhängigen Vermögensberatung Strässle & Partner. Mit grossen Korrekturen in die eine oder andere Richtung sei deshalb in dieser Woche nicht zu rechnen.

«Die Ausgangslage für Europa und Griechenland hat sich mit dem ablehnenden Votum nicht massiv verändert», sagte Strässle vor Öffnung der Börse heute. Nun stehe ein erneuter Verhandlungsmarathon vor der Tür, wobei neben dem Grexit neu die Abwicklung des Staatsbankrotts auf der Agenda stehe. «Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende», sagt Strässle aus Sicht der Anleger.

«Seitwärtsbewegung mit erhöhter Volatilität»

Denn dass sich die Lage in Griechenland kurzfristig auf die Schweizer Börse auswirkt, ist mit Blick auf die leichten Verluste am heutigen Vormittag klar. «Ohne Klarheit zu den zentralen Fragen in Europa erwarte ich vorderhand eine Seitwärtsbewegung mit erhöhter Volatilität bei reduziertem Volumen», erklärt Strässle.

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Auch auf längere Sicht bleibt die Lage in Griechenland ein zentrales Thema an den Finanzmärkten. Die grössten Risiken drohten hier von der politischen Seite, sagt Strässle. «Obwohl dies im Interesse von Niemandem liegt, hat die gegenwärtige Situation in Europa das Potenzial aus dem Ruder zu laufen.» Die Chance auf eine Eskalation der Griechenland-Krise werde aber zurzeit als sehr gering eingeschätzt, wie beispielsweise der tendenziell sinkende Goldpreis zeige.

Griechenland darf nicht überschwappen

«Das Thema Griechenland wird auch in den kommenden Monaten die Medien beschäftigen», zeigt sich Strässle überzeugt. Für die EU und die Europäische Zentralbank stehe dabei im Vordergrund, dass das Thema Grexit nicht auf andere Länder der Euro-Zone wie Italien, Spanien und Portugal überschwappt.