Positive Aussagen der US-Notenbank Fed zur Konjunktur und eine Stimmungsaufhellung der Wirtschaft in der Euro-Zone haben am Donnerstag den Anlegern an der Schweizer Börse Zuversicht gegeben. Gefragt waren vor allem Aktien zyklischer Firmen. Der SMI stieg bis am Mittag um 0,4 Prozent auf 9425 Zähler.

Aus charttechnischer Sicht könnte der Aufwärtstrend bald erlahmen, sagte ein Händler. Der Leitindex nähere sich dem oberen Rand der seit Frühling geltenden und von 8600 bis 9500 Punkten reichenden Handelsspanne.
Dagegen hoffen Anleger, die sich an fundamentalen Daten orientieren, auf einen weiteren Anstieg. Die Fed habe optimistischere Töne angeschlagen als noch im Vormonat, hiess es.

Fed-Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die US-Notenbanker verwiesen am Mittwochabend auf die jüngsten Fortschritte am Arbeitsmarkt. Sie beliessen den Schlüsselsatz aber auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Über eine Anhebung der Zinsen wollen die Währungshüter nachdenken, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt noch etwas weiter verbessert. Viele Marktteilnehmer rechnen weiter mit einem ersten Zinsschritt im September. Dies wäre die erste Zinserhöhung seit Juni 2006.

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Auch in Europa erhalten die Konjunkturoptimisten Auftrieb. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im Juli auf 104,0 Punkte nach 103,5 Zählern im Juni, wie die EU-Kommission mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet.

ABB und Richemont gesucht

Die meisten Standardwerte tendierten fester. Gefragt waren vor allem zyklische Titel wie die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit oder des Luxusgüterkonzerns Richemont.
Auch Banken erfreuten sich steigender Kurse. Credit Suisse rückten um 1,3 Prozent vor.

Dagegen büssten die Aktien von Swiss Re nach einem enttäuschenden Quartalsbericht 2,5 Prozent ein. Der Rückversicherer hat im zweiten Quartal einen um zwei Prozent höheren Gewinn von 820 Millionen Dollar erzielt. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss von 835 Millionen Dollar gerechnet. Prämieneinnahmen und die Höhe des Eigenkkapitals seien unerwartet niedrig, schrieb die Bank Vontobel.

Bessere Margen lockten die Anleger zu den Aktien von Clariant, die um 1,6 Prozent stieg. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge (Ebitda) stieg auf 15 von 14 Prozent. Mittelfristig strebt die Firma weiterhin eine bereinigte Ebitda-Marge von 16 bis 19 Prozent an. Clariant sei auf dem Weg, die Ziele zu erreichen, hiess es im Markt.

LafargeHolcim im Minus

Unter Abgaben litten die Aktien von LafargeHolcim. Der Zementriese hatte am Mittwoch die Anleger mit seinem Ausblick enttäuscht. Zudem haben die Kartellwächter Brasiliens dem erst kürzlich mit dem französischen Rivalen Lafarge fusionierten Holcim-Konzern eine Busse von fast 140 Millionen Euro aufgebrummt.

Bei den meist freundlich tendierenden Pharmawerten fielen die Aktien von Basilea mit einem Abschlag von fast zehn Prozent auf. Die Anleger warfen nach einem Studienmisserfolg mit dem Antipilzmittel Isavuconazol die Papiere auf den Markt.

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(reuters/me)